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22.05.2012

12:03 Uhr

Sondereffekte

Gewinn der LBBW bricht ein

Die Landesbank Baden-Württemberg müht sich nach eigenem Bekunden redlich, riskante Papiere loszuwerden. Das hat die Kernkapitalquote des Instituts im ersten Quartal gesteigert, aber auch den Gewinn gedrückt.

Zwei Frauen laufen an einem Logo der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) an der Zentrale der Bank in Stuttgart vorbei. dpa

Zwei Frauen laufen an einem Logo der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) an der Zentrale der Bank in Stuttgart vorbei.

FrankfurtDie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist unter anderem wegen des mühsamen Verkaufs riskanter Papiere mit einem deutlichen Gewinnrückgang ins Jahr gestartet. Das Ergebnis vor Steuern sei im ersten Quartal um 70 Prozent auf 147 Millionen Euro gefallen, teilte Deutschlands größte Landesbank am Dienstag mit. Bankchef Hans-Jörg Vetter treibt den Abbau von Risiken außerhalb des Kundengeschäfts seit Jahren voran und nimmt dabei notfalls auch Verluste in Kauf.

Verantwortlich für den Gewinneinbruch sind zudem zwei Sondereffekte: Dass die Marktbewertung der LBBW-Verbindlichkeiten gestiegen ist, belastet das Ergebnis der Bank mit rund 100 Millionen Euro. Zudem hatte das Stuttgarter Geldhaus Anfang 2011 einige Beteiligungen losgeschlagen und dadurch einmalige Einnahmen erzielt.

Bankchef Vetter zeigte sich vor diesem Hintergrund zufrieden mit den Zahlen und bekräftigte das Ziel, 2012 mehr Gewinn einzufahren als im Vorjahr. „Das erste Quartal 2012 zeigt, dass wir mit unserem kunden-orientierten Geschäftsmodell und dem kontinuierlichen Abbau von Risiken auf dem richtigen Weg sind.“ Seit Jahresbeginn sanken die Risikoaktiva der LBBW um vier auf 104 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote stieg um einen Prozentpunkt auf 13,9 Prozent.

Rund läuft es bei der LBBW weiter im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden, in dem das Institut stärker aktiv ist als jede andere Landesbank. Auch die Risikovorsorge für Kredite blieb dank der stabilen Wirtschaftslage mit 47 (Vorjahresquartal: 168) Millionen Euro auf einem sehr niedrigen Niveau. „Für das laufende Jahr geht die LBBW nach wie vor von einer verhalten positiven Entwicklung der Realwirtschaft aus, wohingegen die Lage an den Finanzmärkten weiterhin von erheblichen Risiken geprägt bleibt“, erklärte die Bank.

Die LBBW hatte bereits Ende April Eckdaten für das erste Quartal genannt und legte nun das detaillierte Zahlenwerk vor. Das Konzernergebnis ging demnach um 68 Prozent auf 124 Millionen Euro zurück. Die LBBW musste in der Finanzkrise mit Milliarden gestützt werden und befindet sich seit Jahren auf Schrumpfkurs. Die Bilanzsumme sank seit Jahresbeginn um vier Prozent auf 358 Milliarden Euro. Bis 2013 will Bankchef Vetter die Bilanzsumme auf etwa 300 Milliarden Euro drücken.

Von

rtr

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