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18.03.2013

14:56 Uhr

Sonderzahlung an Unicredit

HVB verpasst Konzernmutter Milliardenspritze

Die Hypo-Vereinsbank bleibt die Stütze der italienischen Unicredit. Die Geschäfte der Münchner liefen so gut, dass sie weit mehr als geplant an die Konzernmutter überweisen konnten. Ein Sondereffekt half dabei.

HVB-Zentrale in München: Der Gewinn steigt. dpa

HVB-Zentrale in München: Der Gewinn steigt.

München/WienDie Hypo-Vereinsbank wird für ihre italienische Mutter Unicredit immer mehr zum Anker in schwierigen Zeiten. Dank des Aufschwungs an den Märkten bauten die Münchner ihren Gewinn im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro aus. Da die HVB ein dickes Kapitalpolster hat und sich die Kreditnachfrage in Grenzen hält, überweist die HVB neben der regulären Ausschüttung von 1,5 Milliarden Euro auch eine Sonderdividende von einer Milliarde an ihre Mutter in Mailand. „Angesichts einer Kernkapitalquote, die auch nach Dividende mit 17,4 Prozent den höchsten Wert in unserer Unternehmensgeschichte erreicht, ist die Ausschüttung betriebswirtschaftlich richtig“, sagte Bankchef Theodor Weimer am Montag.

Ein Teil des guten Jahresergebnisses ist auf einen Sondereffekt in Höhe von rund 400 Millionen Euro im ersten Quartal zurückzuführen. Belastet wurde die Bank von dem niedrigen Zinsniveau, der Zinsüberschuss ging um 16,3 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr zeigte sich Weimer am vorsichtig. Das wirtschaftliche Umfeld in Europa bleibe sehr unsicher.

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Die italienische Bankmutter Unicredit plant international einen Konzernumbau.

Mit der Überweisung an Konzernmutter Unicredit reagiert die HVB auch auf strengere Auflagen der Finanzaufsicht Bafin, die ausländischen Banken untersagt, zu viel Liquidität von ihren deutschen Töchtern abzuziehen. Unicredit kann deshalb seit einiger Zeit nicht mehr frei auf die Gelder der HVB zuzugreifen, obwohl sie die Mittel dringender bräuchte als ihre deutsche Tochter. Die größte italienische Bank leidet unter der Rezession in ihrem Heimatmarkt und machte wegen Rückstellungen für faule Kredite 2012 lediglich einen Gewinn von 865 Millionen Euro.

Auch bei der HVB, bei der das Investmentbanking der Gruppe gebündelt ist, hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft angesichts der Wirtschaftsabkühlung nahezu verdreifacht auf 727 Millionen Euro. Das Münchner Institut konnte die Belastungen dank des florierenden Handels aber locker wegstecken. Die Europäische Zentralbank hat mit ihrem Versprechen, kriselnde Euro-Länder zu unterstützen, 2012 für Erleichterung an den Börsen gesorgt und damit auch der HVB Rückenwind beschert. Das Handelsergebnis der Bayern stieg in der Folge – und dank Sondereffekten – auf 1,19 Milliarden Euro nach 190 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Vor Steuern verdiente die HVB im vergangenen Jahr gut zwei Milliarden Euro und damit 600 Millionen Euro mehr als der Branchenprimus Deutsche Bank, der mit hohen Kosten für den Konzernumbau und Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hat. Die HypoVereinsbank verpasst sich derzeit ebenfalls eine neue Struktur und baut vor allem das schwächelnde Privatkundengeschäft um - im vergangenen Jahr fielen dafür Kosten von gut 100 Millionen Euro an.

Die Bank mit gut 19.000 Mitarbeitern will die Segmente für normale Privatkunden und reiche Klienten zusammengelegen. Zudem sollen rund 35 Filialen geschlossen werden, weil immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Im Rahmen des Umbaus werden bei der HVB rund 1.000 Stellen wegfallen. Da die Bank in anderen Bereichen parallel 200 bis 300 neue Mitarbeiter einstellt, wird es unter dem Strich etwa 800 Stellen weniger geben, wie UniCredit bereits am Freitag mitgeteilt hatte.

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