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26.02.2013

19:40 Uhr

Sonderzahlungen

Wall Street-Banker erhalten 20 Milliarden Dollar Boni

Banker an der New Yorker Wall Street haben zum Trauern keinen Grund: Ihre Bonuszahlungen sind 2012 auf 20 Milliarden Dollar gestiegen. Im Schnitt verdienen die Banker sechsstellig.

Von wegen Finanzkrise: An der Wall Street werden wieder Top-Gehälter gezahlt. ap

Von wegen Finanzkrise: An der Wall Street werden wieder Top-Gehälter gezahlt.

New YorkTrotz der weiterhin köchelnden Schuldenkrise und einer strengeren Bankenregulierung verdienen die Finanzjongleure in New York City blendend: Für das vergangene Jahr dürfte ein Wall-Street-Banker im Schnitt einen Cash-Bonus von 121.900 Dollar erhalten haben, erklärte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli am Dienstag.

Auf insgesamt 20 Milliarden Dollar seien die Sonderzuwendungen in der New Yorker Finanzbranche im vergangenen Jahr angewachsen, teilte der Rechnungshof mit. Das Niveau aus Zeiten vor der Krise sei aber noch nicht wieder erreicht worden.

Soviel Bonus Zahlen die größten US-Banken

Goldman Sachs

Die Banker von Goldman Sachs erhielten im Gesamtjahr 2012 pro Kopf 399.506 Dollar. Der Bonustopf wuchs im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Die Bank zählt 32.400 Angestellte.

Quelle: Bloomberg

JP Morgan

Die Großbank verteilte 11,3 Milliarden Dollar an 52.151 Mitarbeiter. Dafür ergibt sich für das Jahr 2012 Monate ein Bonus von 216.928 Dollar pro Kopf. Der Bonustopf ist um drei Prozent kleiner als im Vorjahr. JP Morgan betreibt neben dem Investment-Banking aber auch andere Bankgeschäfte.

Morgan Stanley

Die Investmentbank Morgan Stanley hat für das Jahr 2012 für die Bezahlung der Investmentbanker 6,65 Milliarden Dollar aufgewendet. Das sind 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie viele Mitarbeiter im Investment-Banking tätig sind, teilt die Bank nicht mit. Der Gehaltsaufwand der gesamten Bank belief sich 2012 insgesamt auf 15,6 Milliarden Dollar, das sind 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei insgesamt 55.358 – zehn Prozent weniger als Ende 2011.

Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent. Die Summe bleibe aber hinter den Zahlen der Jahre 2006 und 2007 zurück. Im Schnitt seien die einzelnen Bar-Boni um neun Prozent auf jeweils knapp 122.000 Dollar gestiegen.

Im Jahr 2011 waren die Zahlungen noch zurückgegangen. „Gewinne und Boni haben sich 2012 erholt“, sagte DiNapoli. Den Beschäftigten in der New Yorker Finanzindustrie kam dabei ironischerweise auch zugute, dass die Banken in der Metropole im vergangenen Jahr Mitarbeiter abgebaut haben. So verteilte sich der Bonustopf auf weniger Köpfe.

Die Mitarbeiter sind der größte Kostenblock an der Wall Street. Etwa die Hälfte der Einnahmen der Banken werden dafür ausgegeben. Wie viel Geld die Finanzprofis in diesem Jahr insgesamt verdient haben, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Die bar ausgezahlten Boni sind nur ein Teil des Einkommens. Hinzu kommen Aktien beziehungsweise Aktienoptionen sowie das Grundgehalt. Im Jahr 2011, wofür Daten vorliegen, summierte sich das Gesamtgehalt auf 362.900 Dollar. Das sei fünf Mal soviel wie das Durchschnittseinkommen in der Stadt, merkte DiNapoli an.

Nach den Erfahrungen der Finanzkrise wird ein immer größerer Teil der Boni auch mit zeitlicher Verzögerung ausgezahlt, um Zockereien zu unterbinden. Die Idee ist: Wenn ein Banker weiß, dass er sein Geld erst in einigen Jahren bekommt, wird er seinen Arbeitgeber nicht mit riskanten Geschäften in Gefahr bringen.

Im Dezember 2012 beschäftigte das US-Finanzzentrum in Manhattan dem Bericht des Rechnungshofes zufolge insgesamt 169.700 Menschen, 1000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Dieser Trend des Arbeitsplatzabbaus dürfte weiter anhalten, so die Behörde. So hatte die Großbank JPMorgan erst am Dienstagmorgen (Ortszeit) erklärt, konzernweit 4000 Stellen streichen zu wollen. Steuern der Wall-Street-Manager tragen zu einem beträchtlichen Teil zu den Einnahmen des Bundesstaats und der Stadt New York bei.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Der Rechnungshof gründet seine Schätzungen auf aktuelle Trends bei der Einkommenssteuer. Die Statistik lässt aber Sondervergütungen wie Aktienoptionen außen vor. Hohe Bonus-Zahlungen in der Branche waren scharf in die Kritik geraten, als US-Banken während der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Die Institute reagierten auf das schwächelnde Geschäft unter anderem mit Personalabbau.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

26.02.2013, 20:44 Uhr

Im Unterschied zu diesen Summen waren die beiden Jungs von S+K Immobilien ja echt bescheiden.

Malocher

26.02.2013, 21:37 Uhr

Würde auch gerne Millionen fürs unrealistische Tätigkeit kassieren aber leider bin ich in der falschen realen Welt und bekomme BRUTTO 7,69 Euro pro Std. von der Leiarbeit im produzierendem Gewerbe. Tja was entstehen lassen (real) ist halt nichts wert.

ARTE

26.02.2013, 21:48 Uhr

Jetzt aktuell auf ARTE 21.45 Uhr

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