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20.07.2011

17:46 Uhr

Spanien

Sparkassenprimus rettet sich an die Börse

Die spanische Sparkasse Bankia sorgt mit ihrem Börsengang für Erleichterung in der Branche. Zwar fiel der Kurs unter Ausgabenpreis, andere spanische Bankwerte legten jedoch kräftig zu.

Bankia-Chef Rato (li.) und der spanische Börsenpräsident Zoido. Quelle: Reuters

Bankia-Chef Rato (li.) und der spanische Börsenpräsident Zoido.

MadridTrotz der Eskalation der Euro-Schuldenkrise hat die größte spanische Sparkasse Bankia ihr Milliarden-Börsendebüt durchgezogen und damit für Erleichterung in der Bankenbranche gesorgt. Zwar fiel die Bankia-Aktie am Mittwoch etwas unter den bereits kräftig reduzierten Ausgabepreis. Weil der Börsengang jedoch als kritischer Schritt zur der Reform des spanischen Bankensektors gilt, legten die Papiere anderer heimischer Institute im Schnitt um mehr als vier Prozent zu.

Die aus einer Fusion von sieben Sparkassen (Cajas) hervorgegangene Bankia hatte sich wegen der jüngsten Zuspitzung der Schuldenkrise schon mit weniger Einnahmen zufriedengegeben und den Ausgabepreis auf 3,75 Euro je Aktie festgelegt. Damit spülte der Gang aufs Parkett dem Institut nur noch 3,1 Milliarden Euro in die Kasse anstatt der zunächst angepeilten bis zu 4,6 Milliarden.

Der Bankia-Verwaltungsratsvorsitzende Rodrigo Rato stieß dennoch in der Madrider Börse mit Champagner auf den Börsengang an: „Wir haben es inmitten eines echten Sturms auf den Märkten geschafft.“ Mit einer umfangreichen Werbekampagne konnte Bankia vor allem spanische Privatinvestoren überzeugen, während das Interesse ausländischer Anleger gering war.

Mit dem Börsengang will Bankia ihr Kapitalpolster aufbessern. Die Branche wurde in der Finanzkrise schwer vom Platzen der Immobilienblase auf der iberischen Halbinsel gebeutelt. Daraufhin schob die Regierung den Umbau des Sektors an. Angesichts der Schuldenkrise wurde der Börsengang noch dringlicher.

Auch die kleinere Banca Civica strebt an die Börse. Die Papiere, die für 2,70 Euro ausgegeben werden, sollen am Donnerstag erstmals gehandelt werden. Beide Institute haben den Stresstest der europäischen Bankenaufseher vergangene Woche bestanden, aber nur, weil die Erlöse aus den Börsengängen angerechnet wurden. Fünf der acht bei dem Test durchgefallenen Banken kamen aus Spanien.

Von

rtr

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