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09.05.2012

22:31 Uhr

Spanische Großbank

Bankia lässt sich teilverstaatlichen

Die spanische Finanzgruppe Bankia wird zu einem großen Teil verstaatlicht. 45 Prozent des Kapitals der Bank liegen künftig in der Hand der Regierung. Das Geldinstitut gilt als größter Sorgenfall in Spaniens Bankensektor.

Der Hauptsitz der spanischen Bankia in Madrid. Reuters

Der Hauptsitz der spanischen Bankia in Madrid.

MadridDie spanische Regierung übernimmt die Kontrolle über die kriselnde Großbank Bankia. Dies gab das Madrider Wirtschaftsministerium am Mittwoch bekannt. Danach wird die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein und über 45 Prozent des Kapitals der Bank verfügen.

Bankia-Präsident José Ignacio Goirigolzarri hatte zuvor eine teilweise Verstaatlichung der Bank vorgeschlagen. Das Geldinstitut gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit einer Reihe kleinerer Sparkassen hervorgegangen.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte sich zuvor nicht konkret zu den Plänen der Regierung für die Zukunft der Großbank Bankia äußern wollen. Er erklärte am Mittwoch, die Regierung werde alle notwendigen Schritte für finanzielle Stabilität unternehmen. „Das neue Management von Bankia muss die Situation erst einmal bewerten“, sagte er, „die Regierung wird alle nützlichen Schritte unternehmen, um die finanzielle Stabilität zu garantieren.“ Er appellierte an den Bankensektor, die Ruhe zu bewahren. „Wir wissen, was zu tun ist, und wir werden es tun“, sagte der Regierungschef.

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Spanien werde die Bankengruppe am 11. Mai verstaatlichen, hatte bereits am Dienstag die Zeitung El Confidencial berichtet und sich dabei auf Finanzkreise berufen, die mit den Plänen der Regierung vertraut seien. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte am Dienstag der Nachrichtenagentur Efe gesagt, Bankia und die Notenbank des Landes würden in den kommenden Tagen Schritte einleiten, die das „Aufräumen und die Restrukturierung garantieren“. Das Unternehmen sei „absolut zahlungsfähig“ und es habe „eine Zukunft“. Sparer sollten jetzt ruhig bleiben.

Bankia gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit einer Reihe kleinerer Sparkassen hervorgegangen und debütierte im vergangenen Jahr an der Börse.

Kommentare (3)

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Mazi

09.05.2012, 21:36 Uhr

Richtig, aber bitte nicht nach dem Vorbild der Commerzbank. Das ist ja kräftig in die Hose gegangen.

Ungeachtet dessen muss man feststellen, dass auch für die spanische Banken BASEL gegolten hat und gilt. Wenn man fair zusammenfasst, hat diese bankaufsichtliche Regelungen nur den Beratern Geld gebracht. Man hätte schlicht darauf verzichten können.

Wenn wir bei Blessing nach dessen Verantwortung für die Commerzbank fragen, dann müssen wir bei den bankaufsichtlichen Regelung auch nach dem Verantwortlichen fragen. Die Deutsche Bundesbank war nach dem Willen der SPD nicht mehr dafür zuständig.

Jack

09.05.2012, 22:56 Uhr

Lassen wir uns nicht beirren. Bankia entstand vor einigen Monaten aus einer Fusion von 7 Sparkassen unter der Führung von Caja Madrid. Sparkassen sind hierzulande (ich schreibe aus Spanien) immer von Politikern kontrolliert worden. Im Falle von Caja Madrid von Esperanza Aguirre, der Landespräsidentin von Madrid und von Alberto Ruiz Gallardón, dem ehemaligen Oberbürgermeister von Madrid und nun Justizminister. Beide sind hohe Tiere im Partido Popular, was unseren Christdemokraten „entspricht“. Dieses Unternehmen wurde systematisch für interne politische Interessen von o.g. Politikern und Partei genutzt und zugrundegerichtet. Die sogenannte Fusion, die zu Bankia führte hatte nur den Sinn, dieses Unternehmen Systemisch zu machen und damit es vom Staat wieder gerettet werden kann. Währenddessen geht es der Bevölkerung in Spanien durch drakonianische Massnamen jedes Mal schlechter. Politiker und Vetterwirtschaft werden systematisch nicht verfolgt und zur Rechenschaft gezogen. Solange Deutschland und die EU diese Vetterwirtschaft nicht anprangern und nötige Reformen und Gegenmassnahmen fordert und durchsetzt, wird sich hier nie etwas ändern und im Endeffekt bürgen wir alle mit dem Europäische Finanzstabilisierungsmechanismus.

Mazi

10.05.2012, 16:21 Uhr

Die Überschrift passt nicht mehr zum Artikel.

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