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02.02.2007

10:49 Uhr

Spanische Großbank legt Zahlen vor

Santander mit Rekordgewinn

Die größte Bank der Eurozone steigert ihr Nettoergebnis kräftig und schaut sich nach neuen Übernahmekandidaten um. Auch der Aktienkurs liegt auf Rekordniveau.

Für 2006 meldet Santander einen Gewinn von 7,6 Mrd. Euro.

Für 2006 meldet Santander einen Gewinn von 7,6 Mrd. Euro.

scm MADRID. Die größte spanische Bank, Santander Central Hispano (SCH), erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr erneut einen glänzenden Gewinn von 7,6 Mrd. Euro, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind allerdings Beteiligungsverkäufe. Ohne diese stieg das Nettoergebnis um 26 Prozent auf 6,6 Mrd. Euro. Santander veräußerte im vergangenen Jahr ihren Anteil am spanischen Immobilienunternehmen Urbis, am heimischen Fernsehsender Antena3, ihr Aktienpaket an der italienischen Bank San Paolo sowie sieben Prozent an der Santander Santiago.

Santander-Verwaltungsratsvorsitzender Emilio Botín kündigte bereits vor geraumer Zeit an, dass er mit den Beteiligungsgewinnen einen weiteren Ausbau seines europäischen und amerikanischen Auslandsgeschäft plant. Bis jetzt schloss er jedoch immer einen großen Coup aus, auch wenn die Gerüchte weiter kursieren, dass die SCH den heimischen Konkurrenten BBVA übernehmen könnte. Bei der Nummer zwei des spanischen Marktes schließt man diese Möglichkeit aus. „Wir sprechen mit vielen Interessenten, aber mit denen, die immer wieder in der Presse auftauchen, sicherlich nicht“, sagte BBVA-Verwaltungsratsvorsitzender Francisco González gestern vor Journalisten.

Die Gerüchteküche und die gute geschäftliche Entwicklung verhalfen der SCH-Aktie bisher zu deutlichen Kursgewinnen. Der Titel der größten Bank der Euro-Zone erreichte zuletzt ein Rekordniveau von 14,4 Euro. „Der Markt erkennt einfach an, dass die Bank es geschafft hat, ihre Zukäufe auf das eigene strenge Spar- und Effizienzsystem zu trimmen und dass sie noch enorme Wachstumsmöglichkeiten hat“, sagte Mario Lodos vom spanischen Broker Ibersecurities. Die Bank konnte auf diese Weise die Kosten erneut drücken. Sie stiegen im vergangenen Jahr um nur sieben Prozent, während die Einnahmen um 17 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro anzogen.

Vor allem mit der Entwicklung der Abbey National sind die Analysten sehr zufrieden. Über eine Mrd. Euro steuerte die 2005 gekaufte Hypothekenbank im vergangenen Jahr zum Nettogewinn bei, 24 Prozent mehr als im Vorjahr.

Analysten sehen das Kursziel bei 17 Euro

Zudem loben Analysten, dass es Botín durch seine Zukäufe in Europa geschafft hat, die Abhängigkeit der Bank von Lateinamerika zu reduzieren und trotzdem keine Chance auslässt, in Lateinamerika zu wachsen. „Wir halten die Aktie gerade wegen der guten Aussichten auf dem lateinamerikanischen Kontinent für einen eindeutigen Kauf“, sagt Analyst Nick Anderson von Lehman Brothers. Ibersecurities hält Santander aus gleichem Grund derzeit für die beste spanische Bankaktie. „Gerade in Brasilien bieten sich in diesem Jahr noch enorme Wachstumsmöglichkeiten für Santander“, sagt Lodos, der das Kursziel der Aktie bei knapp 17 Euro festsetzt.

Damit ist noch kein Ende der Erfolgsstory von Santander in Sicht. Unter Botín hat sich der Kapitalwert der Bank von 8,3 Mrd. Euro im Jahr 1995 auf heute 90 Mrd. Euro mehr als verzehnfacht Sie ist heute um ein Drittel größer als die Nummer zwei, Banco Bilbao.

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