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08.01.2015

19:52 Uhr

Spanische Großbank

Santander will 7,5 Milliarden Euro einsammeln

Die spanische Großbank Santander will am am Finanzmarkt 7,5 Milliarden Euro einsammeln. Die neue Chefin Ana Botin kommt damit ihren Kritikern entgegen. Nun gibt es Spekulationen um Zukäufe.

Santander will kurzfristig Geld bei Investoren einsammeln. AFP

Santander will kurzfristig Geld bei Investoren einsammeln.

MadridBei der spanischen Großbank Santander setzt die neue Verwaltungsratschefin Ana Botin ihren Kurswechsel mit einer Milliarden-Kapitalerhöhung und der Kürzung der Dividende fort. Santander kündigte am Donnerstag die Stärkung des eigenen Kapitals durch die Ausgabe neuer Aktien im Volumen von 7,5 Milliarden Euro an. Zudem soll 2015 mit 20 Cent je Aktie nur noch ein Drittel der bisherigen Summe an Aktionäre ausgeschüttet werden.

Einige Analysten hatten seit langem kritisiert, die größte Bank der Euro-Zone habe eine eher dünne Kapitaldecke und sei bei der Dividende zu generös. Ana Botin setzt damit nach nur wenigen Monaten im Amt weiter auf eine eigene Handschrift. Sie hat den Posten von ihrem Vater Emilio übernommen, der die Bank 28 Jahre lang führte und im September starb. Ana hatte bereits im November den Chefposten neu besetzt.

Santander gab am Donnerstag nach Börsenschluss zudem auch vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 bekannt. Demnach dürfte der Gewinn um rund 30 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen sein. Dazu hätten höhere Zinseinnahmen und ein Rückgang fauler Kredite beigetragen. Die Einnahmen stiegen um sechs Prozent.

Die Kapitalerhöhung will Santander im beschleunigten Verfahren durchziehen. Das Volumen entspricht knapp zehn Prozent der bisherigen Kapitaldecke. Insidern zufolge wurden noch am Donnerstagabend innerhalb der angebotenen Preisspanne von 6,18 bis 6,50 Euro pro Stück alle Papiere verkauft. Der Schlusskurs der Aktie hatte am Donnerstag 6,85 Euro betragen.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Was genau Botin mit dem frischen Geld machen will, blieb zunächst offen. In der Vergangenheit war wiederholt spekuliert worden, Santander könnte im Ausland zukaufen. Aktien der italienischen Krisenbank Monte Paschi verteuerten sich am Donnerstag prompt um zwölf Prozent. Santander wird auch hier als potenzieller Retter gesehen, das spanische Kreditinstitut dementierte am Donnerstag aber erneut ein angebliches Interesse. In Medienberichten wurden die Spanier zuletzt auch als möglicher Käufer für die Commerzbank oder die Postbank gehandelt, die wiederum zur Deutschen Bank gehört. Bekannt ist bereits, dass die Spanier ein Auge auf den Nachfolger des Pleite-Instituts Banco Espirito Santo aus Portugal geworfen haben.

Beim jüngsten Stresstest der Europäischen Zentralbank hatte Santander schwächer als mancher Rivale abgeschnitten, eine größere Lücke in der Kapitaldecke gab es aber nicht. Santander macht bereits den Großteil seines Geschäfts im Ausland. Sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die massiven Verwerfungen nach der geplatzten Immobilienpreisblase auf dem Heimatmarkt überstand das Institut, ohne in die roten Zahlen zu rutschen.

Nach Reuters-Informationen wird die Kapitalerhöhung maßgeblich von Goldman Sachs und UBS organisiert.

Von

rtr

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