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07.06.2017

14:07 Uhr

Spanische Krisenbank

Santander rettet Banco Popular in letzter Minute

Die spanische Krisenbank Banco Popular wird nicht abgewickelt. Stattdessen kauft die Großbank Santander das Institut für einen Euro. Wegen der Altlasten plant Santander aber eine große Kapitalerhöhung.

Santander übernimmt das angeschlagene Geldhaus. Reuters

Banco Popular Verwaltungsratschef Saracho

Santander übernimmt das angeschlagene Geldhaus.

FrankfurtDie spanische Großbank Santander kauft die spanische Krisenbank Banco Popular für einen symbolischen Preis von einem Euro. Um die Bilanz der übernommenen Banco Popular aufzubessern, braucht Santander aber frisches Geld. Daher will die Großbank ihr Kapital um sieben Milliarden Euro erhöhen, wie Santander am Mittwoch mitteilte. Auf die harte Kernkapitalquote (CET1) von Santander werde sich die Rettung aber wahrscheinlich nicht auswirken.

Die Banco Popular habe kurz vor dem Zusammenbruch gestanden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Funktion als oberste Bankenaufseherin der Euro-Zone mit. Daher sei die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB informiert worden. Die Entscheidung habe über Nacht getroffen werden müssen, sagten SRB-Chefin Elke König und SRB-Direktor Dominique Laboureix am Mittwoch in Brüssel.

Hintergrund der Entscheidung war demnach die „signifikante Verschlechterung der Liquiditätssituation der Bank in den vergangenen Tagen“. Diese habe es laut EZB unwahrscheinlich gemacht, dass die Bank in der nahen Zukunft ihre Schulden oder andere Verbindlichkeiten hätte bedienen können. Der Zusammenbruch habe damit kurz bevorgestanden. „Alle Sparer haben weiterhin Zugriff auf alle ihre Einlagen“, betonte die EU-Kommission. 2016 verwaltete Popular nach eigenen Angaben Einlagen von insgesamt 96,6 Milliarden Euro. Die Bank sieht sich als führender Kreditgeber für kleine und mittelgroße Unternehmen in Spanien und zählt knapp 1800 Filialen und fast 12.000 Beschäftigte.

Die Feststellung durch die EZB erfolgte gemäß Artikel 18 des gemeinsamen Bankenabwicklungsmechanismus der Euro-Zone. Die Abwicklungsbehörde SRB habe im Anschluss einer Auffanglösung zugestimmt, die den Verkauf des notleidenden Instituts an Santander vorsehe.

Es ist das erste Mal, dass die neuen Regeln zur Bankenabwicklung (BRRD) zum Einsatz kommen, die seit Anfang 2016 in Kraft sind. Der Steuerzahler müsse mit keinem Cent für die Rettung der Bank aufkommen. Dies zeige, dass die nach der Finanzkrise eingeführten neuen Regeln den Steuerzahler wirksam schützen, sagte die Chefin der europäischen Bankenabwicklungsbehörde SRB, Elke König. Mit dem Notverkauf würden negative Folgen für die Finanzstabilität und die Realwirtschaft verhindert.

Banco Popular: Spanischer Krisenbank droht Abwicklung

Banco Popular

Spanischer Krisenbank droht Abwicklung

Sollte kein Käufer gefunden werden, droht dem spanischen Geldhaus Banco Popular die Abwicklung. Die Chefin der EU-Bankenabwicklungsbehörde Elke König habe eine „Frühwarnung“ erteilt, so ein Insider.

Bereits vor einer Woche hatten die Probleme der Banco Popular die SRB auf den Plan gerufen: Behördenchefin Elke König hatte laut Berichten Vertreter der EU gewarnt, das Institut müsse womöglich abgewickelt werden, sollte die Suche nach einem Käufer fehlschlagen. Danach erging eine sogenannte Frühwarnung. Ursprünglich waren neben einer Fusion auch eine eine Kapitalerhöhung und der Verkauf von Geschäftsteilen im Gespräch, um die Banco Popular zu retten. Mit der Übernahme durch Santander konnte die Suche nach einer Lösung nun abgeschlossen werden.

Ursache für den Kollaps der Banco Popular waren die Folgen des Zusammenbruchs des spanischen Immobilienmarkts im Jahr 2008. Auf der Bank lasteten 37 Milliarden Euro an faulen Immobilienkrediten. Santander muss nun die Schulden der Banco Popular übernehmen und erhöht ihre Vorsorge für Problemkredite um 7,9 Milliarden Euro. Die Bank bittet daher ihre Aktionäre um frisches Geld. Wegen der sieben Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung verlor die Santander-Aktie im frühen Handel zunächst zwei Prozent.

Die spanische Großbank widersprach Spekulationen, die Bank sei zum Kauf des Kriseninstituts Banco Popular gedrängt worden. „Ich möchte betonen, dass niemand irgendwelchen Druck auf uns ausgeübt hat“, sagte Santander-Chefin Ana Botin am Mittwoch. „Der Deal ist gut für Spanien und gut für Europa.“ Die Bank erhalte keine Staatsgarantien, weder vom spanischen Staat noch von der Europäischen Union. Binnen 18 Monaten nach Vollzug der Übernahme wird Santander Botin zufolge mindestens die Hälfte der Immobilienwerte der Banco Popular verkaufen.

Der Zukauf komme zur richtigen Zeit, warb Santander um das Vertrauen ihrer Anteilseigner. Durch den Zukauf werde man ab 2019 Einnahmen und Gewinn beschleunigen. Santander hatte während der spanischen Bankenkrise keine ins Schlingern geratene Konkurrenten übernommen.

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