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29.06.2016

13:02 Uhr

Sparkasse

Dauerstreit in Düsseldorf

VonElisabeth Atzler

Der Konflikt um die Ausschüttung der Stadtsparkasse ist gelöst. Doch jetzt gibt es anderer Stelle Zoff. Der Vertrag eines Vorstands wird nicht verlängert. Das entschied der Verwaltungsrat – mit ganz knapper Mehrheit.

Der Risikovorstand soll die Stadtsparkasse Düsseldorf verlassen. Es war eine knappe Abstimmung im Verwaltungsrat. Der stritt zuvor mehrere Monate lang über die Höhe der Ausschüttung an die Stadt Düsseldorf. dpa

Stadtsparkasse Düsseldorf

Der Risikovorstand soll die Stadtsparkasse Düsseldorf verlassen. Es war eine knappe Abstimmung im Verwaltungsrat. Der stritt zuvor mehrere Monate lang über die Höhe der Ausschüttung an die Stadt Düsseldorf.

Frankfurt Erst vor wenigen Tagen gab es im Streit um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf endlich eine Einigung. Anderthalb Jahre dauert der Konflikt um die Frage, wie viel die Stadt von der Sparkasse bekommt, jetzt schon. Die Einigung sieht vor, dass das Geldhaus dass das Geldhaus für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt rund 25 Millionen Euro an die Stadt ausschütten soll.

Darauf verständigte sich der Verwaltungsrat, entscheiden muss noch der Stadtrat. Die in Deutschland einmalige Auseinandersetzung schien damit beigelegt.

Die größten Sparkassen (2015)

Platz 10

Sparkasse Bremen AG

Bilanzsumme: 11,1 Mrd. Euro
Einlagen: 7,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,1 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,8 Mrd. Euro

Angaben jeweils für Ende 2015

Platz 9

Nassauische Sparkasse (Wiesbaden)

Bilanzsumme: 11,4 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,9 Mrd. Euro

Platz 8

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Potsdam)

Bilanzsumme: 11,6 Mrd. Euro
Einlagen: 9,5 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,5 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,4 Mrd. Euro

Platz 7

Ostsächsische Sparkasse (Dresden)
Bilanzsumme: 12,3 Mrd. Euro
Einlagen: 10 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,2 Mrd. Euro

Platz 6

Sparkasse Hannover
Bilanzsumme: 113,7 Mrd. Euro
Einlagen: 10,9 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3 Mrd. Euro
Kundenkredite: 10,6 Mrd. Euro

Platz 5

Stadtsparkasse München
Bilanzsumme: 17,1 Mrd. Euro
Einlagen: 14,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenkredite: 12,2 Mrd. Euro

Platz 4

Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 18 Mrd. Euro
Einlagen: 15,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,9 Mrd. Euro
Kundenkredite: 7,5 Mrd. Euro

Platz 3

Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 24,6 Mrd. Euro
Einlagen: 17,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 5,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 19,4 Mrd. Euro

Platz 2

Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 26,7 Mrd. Euro
Einlagen: 19.109.971.000 Euro
Spareinlagen: 5.125.852.000 Euro
Kundenkredite: 19.140.172

Platz 1

Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 43 Mrd. Euro
Einlagen: 33 Mrd. Euro
Spareinlagen: 7,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 30,5 Mrd. Euro

Quelle

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)

An anderer Stelle allerdings schwelt der Streit weiter. Denn der Verwaltungsrat, in dem Vertreter der Stadtrat-Parteien sowie der Arbeitnehmer sitzen, hat ein neues Thema zum Zoffen gefunden. Am Dienstag entschied das Gremium mit einer Stimme Mehrheit, dass der Vertrag von Risikovorstand Martin van Gemmeren, der Ende März 2017 ausläuft, nicht verlängert wird.

Bis zum Vertragsend ist zwar noch etwas Zeit, aber es wäre durchaus üblich, dass van Gemmerens Vertrag jetzt erneuert wird. Ein Teil des Verwaltungsrats – es sind fast dieselben Fronten wie im Ausschüttungsstreit – wollte die Vertragsverlängerung jetzt durchboxen.

Verwaltungsratsmitglieder von CDU und Linken, beide Opposition im Stadtrat, und Arbeitnehmervertreter hatten eine Sondersitzung des Kontrollgremiums beantragt. Tagesordnungspunkt: Wiederbestellung von van Gemmeren.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der mit FDP und Grünen regiert, hatte zuvor aber keine Anstalten gemacht, auf eine mögliche Vertragsverlängerung van Gemmerens einzugehen. Das mag auch daran liegen, dass der Risikoexperte als Verfechter einer rigiden Ausschüttungspolitik gilt – und somit fest an der Seite von Sparkassenchef Arnd Hallmann steht. Geisel hat mit den Vertretern von SPD, FPD und Grünen, aber ohne die Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat keine Mehrheit. Bei der Abstimmung am Dienstag soll nun zumindest ein Arbeitnehmervertreter gegen die Vertragsverlängerung gestimmt haben.

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