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02.12.2016

16:12 Uhr

Sparkasse

Strafzinsen jetzt auch in Leipzig

VonMartin Dowideit

Die Sparkasse Leipzig verlangt von Geschäftskunden ab sofort ein „Verwahrentgelt“. Betroffen ist, wer mindestens 500.000 Euro auf dem Konto hat. Damit folgt die Sparkasse einem Trend.

Das Geldhaus verlangt bei mehr als 500.000 Euro Guthaben bald Strafzinsen. dpa - picture-alliance

Sparkasse Leipzig (Archivbild)

Das Geldhaus verlangt bei mehr als 500.000 Euro Guthaben bald Strafzinsen.

DüsseldorfAb dem Jahreswechsel verlangt die Sparkasse Leipzig Strafzinsen von Geschäftskunden. Ab einem Guthaben von 500.000 Euro wird für jeden weiteren Euro ein „Verwahrentgelt“ von jährlich 0,4 Prozent erhoben. Einen entsprechenden Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ bestätigte eine Sprecherin der Sparkasse dem Handelsblatt. Für private Konten werde es eine solche Gebühr nicht geben.

Das Leipziger Geldhaus sieht sich zu dem Schritt durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank gedrängt. Die EZB verlangt von Banken für überschüssige Guthaben, die bei ihr auf den Konten liegen, ebenfalls 0,4 Prozent Einlagezins. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Wolfgang Zender, hatte im Spätsommer berichtet, das einzelne Häuser darüber nachdenken würden, den Strafzins an die Kunden weiterzugeben. Der Bayerische Sparkassenverband hatte im Frühjahr sogar durchrechnen lassen, ob sich das Horten von Bargeld für Sparkassen lohnen könnte, um den Strafzinsen der EZB zu entkommen.

Die profitabelsten und unprofitabelsten Sparkassen-Regionen 2016

Sparkassen-Verbände

Die mehr als 400 Sparkassen in Deutschland sind in 12 regionalen Verbänden organisiert. Eine viel beachtete Messgröße für die Profitabilität der Sparkassen ist das Betriebsergebnis vor Ergebnis im Verhältnis zur Bilanzsumme. Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe hat über die erwarteten Gewinne im Jahr 2016 diverser Verbände informiert.

Platz 1

Ostdeutscher Sparkassenverband

Bilanzsumme 2015:
112 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
1,04 Prozent (Vorjahr: 1,15 Prozent)

Quelle: SVWL, OSV

Platz 2

Sparkassenverband Westfalen-Lippe

Bilanzsumme der Mitglieder 30.6.2016:
126 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,95 Prozent (Vorjahr: 1,08 Prozent)

Quelle: SVWL

Platz 3

Sparkassenverband Schleswig-Holstein

Bilanzsumme der Mitglieder 2015:
37,6 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,88 Prozent (2014: 0,89 Prozent)

Quelle: SVWL, SGVSH

Platz 4

Sparkassenverband Baden-Württemberg

Bilanzsumme der Mitglieder 2015:
178,6 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,84 Prozent (2015: 0,97 Prozent)

Quelle: SVWL, SVBW

Platz 5

Bayerischer Sparkassenverband

Bilanzsumme der Mitglieder 2015:
193 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,82 Prozent (2015: 0,95 Prozent)

Quelle: SVWL, SVB

Platz 11

Rheinischer Sparkassen- und Giroverband

Bilanzsumme der Mitglieder 2015:
154 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,69 Prozent

Quelle: SVWL, SVB

Platz 12

Hanseatischer Sparkassen- und Giroverband

Bilanzsumme der Mitglieder 2015:
54 Milliarden Euro

Erwartetes Betriebsergebnis 2016 gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme:
0,65 Prozent

Quelle: SVWL, DSGV

Auch andere Institute wie die Commerzbank haben bereits für größere Summen begonnen, Strafzinsen zu verlangen. Bei einzelnen Institute wie der Volksbank Stendal trifft das Entgelt auch Tagesgeld-Konten mit mehr als 100.000 Euro Guthaben. Das Problem: Die Institute erwirtschaften mit ihren eigenen Anlagen weniger Erlöse, seit die Zinsen für langfristige Anlagen deutlich zurückgegangen sind. Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft für denjenigen 0,3 Prozent Zinsen jährlich ab, der sie jetzt kauft. Doch noch im Sommer war der Zins für Käufer deutlich negativ.

In Leipzig ist von den Strafzinsen unter anderem der Landkreis betroffen, wie die „Leipziger Volkszeitung“ weiter berichtet. Der Landkreis Leipzig habe „relativ hohe Kontobestände“ bei dem Institut, so Landrat Henry Graichen (CDU) zu dem Blatt. Das sei dem Umstand geschuldet, dass „wir natürlich für vielfältigste Aufgaben den Zahlungsverkehr abwickeln müssen.“ Insgesamt sind laut dem Geldhaus „wenige Hundert gewerbliche Kunden“ betroffen.

Die größten Sparkassen (2015)

Platz 10

Sparkasse Bremen AG

Bilanzsumme: 11,1 Mrd. Euro
Einlagen: 7,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,1 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,8 Mrd. Euro

Angaben jeweils für Ende 2015

Platz 9

Nassauische Sparkasse (Wiesbaden)

Bilanzsumme: 11,4 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,9 Mrd. Euro

Platz 8

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Potsdam)

Bilanzsumme: 11,6 Mrd. Euro
Einlagen: 9,5 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,5 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,4 Mrd. Euro

Platz 7

Ostsächsische Sparkasse (Dresden)
Bilanzsumme: 12,3 Mrd. Euro
Einlagen: 10 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,2 Mrd. Euro

Platz 6

Sparkasse Hannover
Bilanzsumme: 113,7 Mrd. Euro
Einlagen: 10,9 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3 Mrd. Euro
Kundenkredite: 10,6 Mrd. Euro

Platz 5

Stadtsparkasse München
Bilanzsumme: 17,1 Mrd. Euro
Einlagen: 14,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenkredite: 12,2 Mrd. Euro

Platz 4

Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 18 Mrd. Euro
Einlagen: 15,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,9 Mrd. Euro
Kundenkredite: 7,5 Mrd. Euro

Platz 3

Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 24,6 Mrd. Euro
Einlagen: 17,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 5,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 19,4 Mrd. Euro

Platz 2

Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 26,7 Mrd. Euro
Einlagen: 19.109.971.000 Euro
Spareinlagen: 5.125.852.000 Euro
Kundenkredite: 19.140.172

Platz 1

Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 43 Mrd. Euro
Einlagen: 33 Mrd. Euro
Spareinlagen: 7,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 30,5 Mrd. Euro

Quelle

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)

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