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03.01.2017

13:52 Uhr

Sparkasse Ulm

Scala-Sparverträge belasten Sparkasse weiter

VonElisabeth Atzler

Für den Umgang mit den hochverzinslichen Scala-Verträgen wurde die Sparkasse Ulm vielerorts gerügt. Eine Einigung mit den Kunden folgte – aber die EZB-Niedrigzinspolitik belastet das Geldhaus weiterhin.

Der Streit um die Kündigung der Scala-Sparverträge ist beendet. dpa

Sparkasse Ulm

Der Streit um die Kündigung der Scala-Sparverträge ist beendet.

Frankfurt Der Streit um die lukrativen Scala-Sparverträge der Sparkasse Ulm ist zwar längst beigelegt, doch das Geldhaus ringt weiter mit den Folgen. „Angesichts der fortgesetzten Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank stellt das Thema S-Scala natürlich eine Belastung dar, die wir aber verkraften werden“, sagte ein Sprecher der Sparkasse der Nachrichtenagentur dpa.

Einige Kunden hatten sich vor Gericht dagegen gewehrt, dass das Ulmer Kreditinstitut sie aus den gut verzinsten Scala-Verträgen drängen wollte. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart bekamen sie Recht und einigten sich später mit der Sparkasse außergerichtlich. Die Sparkasse zeigt im Rückblick auf den Scala-Prozess Bedauern: „Bei den S-Scala-Verträgen ist es uns leider offensichtlich nicht gelungen, den richtigen Weg zu finden, mit diesem schwierigem Thema umzugehen“, so der Sprecher.

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In Nürnberg bahnt sich ein Streit um lukrative Sparverträge an. Verbraucherschützer haben die dortige Volksbank abgemahnt. Der Fall erinnert an eine Auseinandersetzung in Ulm, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

Immerhin dauerte der Zoff um die Scala-Verträge mehr als zwei Jahre an. Er sorgte bundesweit für Aufsehen, auch weil der öffentliche Streit um Sparverträge ein Novum war.

Im Fall Scala ging es um gut 20.000 Besitzer sehr lang laufender, hochverzinster Sparverträge. Die Sparkasse Ulm hatte Tausende Kunden diesen Verträgen gedrängt, weil sie wegen der Niedrigzinsphase in der Euro-Zone mit den Verträgen nun Verluste macht. Die attraktiven Verträge bieten Zinsen von teils mehr als drei Prozent und laufen noch bis maximal 2030.

Zuletzt sind rund 14.000 Sparer auf Alternativangebote eingegangen, die für etliche Kunden aber schlechter verzinst sind oder nicht so lange laufen wie die Scala-Verträge. „Scala“ ist das italienische Wort für „Treppe“ - bei den Verträgen erhalten Sparer zusätzlich zum variablen Grundzins einen steigenden Bonus von teils 3,5 Prozent, was angesichts der Minizinsen für die Kunden sehr attraktiv ist. Viele Banken zahlen beim Tagesgeld beispielsweise gar keinen Zins mehr.

Einige Kunden wollten ihre Scala-Verträge behalten – und auch juristisch feststellen lassen, dass die Sparkasse die Verträge grundsätzlich nicht kündigen darf. Das Oberlandesgericht gab diesen Sparern Recht. Viele weitere Kunden haben nicht geklagt, sind aber auch nicht bereit, die Verträge zu beenden. Die außergerichtliche Einigung biete „gewisse Eckpunkte und Parameter, auf deren Grundlage jeweils viele individuelle Vereinbarungen getroffen werden konnten“, sagte der Sprecher der Sparkasse.

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