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13.10.2011

09:57 Uhr

Sparkassen

Bankenrettungsplan ist nicht zu schaffen

Die Sparkassen sehen sich außerstande, der Forderung von EU-Kommissions-Chef Barroso nachzukommen und ihre Kernkapitalquote binnen weniger Monate zu steigern. Eine staatliche Beteiligung lehnt deren Präsident Haasis ab.

Heinrich Haasis: Der Sparkassen-Präsident sieht in der aktuellen Krise keine Bankenmisere. dpa

Heinrich Haasis: Der Sparkassen-Präsident sieht in der aktuellen Krise keine Bankenmisere.

BerlinDie Banken können ihr Eigenkapital nach Ansicht von Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis nicht innerhalb weniger Monate auf neun Prozent aufstocken. Das sei ausgeschlossen, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte angesichts der Euro- und Bankenkrise stärkere Schutzwälle der Institute gefordert. In Medienberichten hieß es, die Banken sollten ihre sogenannte harte Kernkapitalquote binnen neun Monaten auf neun Prozent anheben - notfalls auch mit Staatshilfen.

Haasis betonte, durch das Basel-III-Abkommen sei bis 2018 eine Quote von sieben Prozent vorgesehen. Eine höhere Aufstockung in deutlich kürzerer Zeit sei nicht zu machen. Auch eine Staatsbeteiligung zur Erhöhung der Quote lehnte er ab. Das sei „Unsinn“ und wäre für die Steuerzahler nicht günstiger, sagte er.  

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes wiederholte seine Einschätzung, dass sich bei der aktuellen Krise nicht um eine Bankenkrise handele. Wenn die Staaten garantierten, dass jeder seine Schulden zahle, gebe es kein Problem, sagte Haasis.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

13.10.2011, 10:10 Uhr

"Wenn die Staaten garantierten, dass jeder seine Schulden zahle, gebe es kein Problem, sagte Haasis."

Witzischkeit kennt keine Grenzen... falls er das wirklich gesagt hat.

wirtschaftsweiser

13.10.2011, 10:17 Uhr

falls er das wirklich gesagt hat, dann ist er ein ganz ganz dummes Riesen.....loch

cityboy

13.10.2011, 10:19 Uhr

die sparkassen und besonders die landesbanken als teil des sparkassensystems sind teil des gesamten banksensystems und dürfen natürlich keine sonderbehandlung erfahren. aber, die verbesserung der kapitalausstattung ist nur das bohren am ende des ganges, die wirklich erforderlichen regulierungsmaßnahmen werden (noch) nicht ins auge gefasst... die politik lässt sich leider weiterhin von den banken an der nase herumführen, da die politiker die produkte der banken nicht verstehen. dies betrifft auch und vor allem die politiker die in den aufsichtsräten der banken sitzen. statt auf die empfehlungen der bankenlobbyisten zu hören, sollten die politiker ihren sachverstand schärfen (und auch mal einsetzen) und den banken die rote karte zeigen. ist erforderlich das gesamte bankensystem grundlegend neu zu gestalten, zurück zum eigentlichen auftrag, der da heißt: dienstleistung. die auswüchse der letzten ca. 20 jahre müssen zurückgedreht werden, d. h. weitgehendes verbot von derivaten. zurück zum derivatenangebote der 80er. plain-vanilla, einfache swaps, optionen und futures. alles andere gehört in den mülleimer der geschichte. also weg mit den strukturierten produkten und den massenvernichtungswaffen, den kreditderivaten. solange diese produkte erlaubt sind, wird sich nichts ändern. die krisen werden sich häufen und in immer kürzeren abständen auftreten. es sollte ein harter schnitt erfolgen, mit einer abrechnung aller umlaufenden zu verbietenden derivate. die banken, die dies nicht überleben werden und dies werden wohl weit über 50% sein, sind zu verstaatlichen oder abzuwickeln. die gewinne und verluste aus den abrechnungen der derivate sollten über den iwf gesammelt und mit den betroffenen rettungsfonds der länder verrechnet werden. klingt grausig, ist es auch. aber ohne einen derartigen harten schnitt wird das system irgendwann
unkontrolliert implodieren. ein neustart des weltweiten banksystems muss her...

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