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13.09.2012

13:21 Uhr

Sparkassen

Deka und LBB fusionieren doch nicht

Die Sparkassen wollen die beiden Institute nun doch nicht zusammenschließen. Die Geschäftsmodelle von Deka und Landesbank sind laut Sparkassen-Verband zu verschieden. Nun sollen nur einzelne Bereiche fusionieren.

Deka und LBB sollen nun doch nicht zusammengelegt werden. dpa

Deka und LBB sollen nun doch nicht zusammengelegt werden.

FrankfurtDer Fondsdienstleister Deka und die Landesbank Berlin (LBB) werden nicht verschmolzen. Die Sparkassen, denen beide Finanzinstitute gehören, haben sich nach einer Überprüfung durch die Unternehmensberatung Roland Berger gegen eine Zusammenlegung entschieden, sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Eine Vollfusion von LBB und Deka halten wir wirtschaftlich nicht für vernünftig“, sagte Fahrenschon. „Das Geschäftsmodell der LBB als Berliner Großsparkasse unterscheidet sich zu stark von dem der Deka als großem Fondsdienstleister.“

Die Sparkassen haben im vergangenen Jahr die volle Kontrolle bei der Deka übernommen und anschließend von Roland Berger alle Möglichkeiten von einer Kooperation mit der LBB bis hin zu einer Fusion prüfen lassen. Nun liegen erst Zwischenergebnisse vor. „Die Studie hat auch gezeigt, dass eine reine Kooperation von LBB und Deka nicht ausreicht“, erklärte Fahrenschon. „Wir werden den Weg einer Zusammenlegung einzelner Bereiche gehen.“

Ziel dabei werde sein, die Stärken von LBB und Deka auszubauen, betonte Fahrenschon. „Die LBB hat ihre Stärken im Sparkassen- und Immobilienkreditgeschäft.“ Auch die LBB-Kapitalmarkteinheit mit dem Zertifikate-Angebot sei „ein echter Pluspunkt“. Bei der Deka liege der Fokus dagegen klar im Fondsgeschäft, fügte er hinzu. „Wir werden in den nächsten Wochen Arbeitsgruppen einsetzen, die mögliche Zusammenlegungen vorbereiten.“ Entscheidungen sollen spätestens im Dezember fallen. Der künftige Deka-Chef Michael Rüdiger, der sein Amt im November antritt, ist in die Vorgänge bereits eingebunden.

Beim Fondsanbieter Deka baut der ehemalige bayerische Finanzminister auch sonst kräftig um. Am Mittwoch beschloss der Verwaltungsrat, den Fahrenschon leitet, die Führung der schwächelnden Fondssparte umzubauen und ins Zertifikate-Geschäft für Kleinanleger einzusteigen. Die Neuerung birgt Brisanz, weil die Deka im Zertifikate-Geschäft damit künftig den Landesbanken Konkurrenz machen wird, die ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Bankenlager gehören. „Es ist nicht das Ziel, dass die Deka Landesbanken Konkurrenz macht, im Zertifikate-Geschäft und einigen anderen Geschäftsfeldern kann ich das aber auch nicht ausschließen“, sagte Fahrenschon. „Als Institut aller deutschen Sparkassen ist der Deka im Verbundgeschäft zumindest das erlaubt, was andere Landesbanken auch dürfen.“

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