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03.04.2012

15:51 Uhr

Sparkassen-Fondsdienstleister

Dekabank in schweren Turbulenzen

Überraschend hat die Dekabank gestern ihren Chef Franz Waas vor die Tür gesetzt. Heute hat der Fondsdienstleister der Sparkassen schwache Zahlen für 2011 vorgelegt. Einen Ausblick für dieses Jahr wagt er nicht.

Der Fondsdienstleister der Sparkassen sorgt für jede Menge Negativschlagzeilen. dpa

Der Fondsdienstleister der Sparkassen sorgt für jede Menge Negativschlagzeilen.

Frankfurt, BerlinDie Euro-Schuldenkrise und ein schwaches Fondsgeschäft haben der Dekabank 2011 das Ergebnis verhagelt. Das wirtschaftliche Ergebnis brach im Vergleich zum von Sondereffekten geprägten Rekordjahr 2010 um fast 60 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, wie der Sparkassen-Fondsdienstleister am Dienstag mitteilte. Damit verfehlte das Institut nicht nur seine eigene Prognose von rund 400 Millionen bis 500 Millionen Euro, sondern lieferte auch das zweitschlechteste Ergebnis seit 2006, als HSH-Nordbank-Manager Franz Waas das Ruder übernahm, der am Montag überraschend vor die Tür gesetzt worden war.

Wegen der Marktturbulenzen fielen auf viele Wertpapiere Wertberichtigungen an, zudem war die Kreditrisikovorsorge höher als erwartet. Die Deka sprach insgesamt von einem „zufriedenstellenden“ Ergebnis.

Der Start ins neue Jahr sei gut verlaufen. Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen sei eine seriöse Ergebnisprognose für 2012 aber nicht möglich, der Grundstein für „moderates Wachstum“ sei jedoch gelegt. Der kommissarische Vorstandschef Oliver Behrens sagte bei der Bilanzvorlage zur Abberufung von Waas: „Es geht darum, die Bank, die gut aufgestellt ist, am Laufen zu halten, Mitarbeiter und Kunden nicht zu verunsichern.“

Auch die Verunsicherung der Privatkunden ist es aber, die dem erfolgsverwöhnten Haus zu schaffen macht. In der Schuldenkrise haben sie keine Lust mehr auf Investmentfonds und bevorzugen sicherere Anlagen wie Fest- oder Tagesgeld. Die Deka hat zwar eine Vertriebsoffensive gestartet. Doch die schlägt bislang nicht durch. 2011 summierten sich die Nettomittelabflüsse im Asset Management auf insgesamt fast sechs Milliarden (2010: Nettozuflüsse von 908 Millionen) Euro. An der Zurückhaltung vieler Verbraucher hat sich nach Angaben des Vorstandes auch im neuen Jahr bislang wenig geändert. Nur die offenen Immobilienfonds laufen recht gut.

Kommentare (13)

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Froschpopo

03.04.2012, 12:49 Uhr

Tja, die Leute lassen sich halt nicht mehr so einfach von ihrem Sparkassenberater vollquatschen und selbst die Kaffeefahrt-Generation stirbt entweder weg oder wird erleuchtet.

hajuele

03.04.2012, 14:11 Uhr

Kann "Froschpopo" nur zustimmen. Von mir gehaltene Dekafonds (angeblich alles "Blue Chips") machten 2011 weit höhere Verluste als der DAX und schütteten (fast) nichts aus, hatten aber sehr hohe Gebühren. Habe denen alle Anteile zurückgegeben mit dem Hinweis, sie sollten sich ihre Boni wonders verdienen. Meine vermögenswirksamen Leistungen gehen jetzt in einen Bausparvertrag. Hajuele

loddel

03.04.2012, 15:10 Uhr

Dafür sind die Dekafonds abgeltungssteuerfrei, keine Rendite also keine Steuer.Man kann es auch positiv sehen.

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