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23.11.2015

06:09 Uhr

Sparkassen-Gehälter

Auf dem Weg zur Million

VonElisabeth Atzler, Martin Dowideit

Die Gehälter von Sparkassen-Chefs steigen weiter schneller als die der Angestellten. Die Bezüge klettern auch bei schrumpfendem Geschäft – und vor allem die hohen Pensionen stehen in der Kritik.

Frankfurt/DüsseldorfBei der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundern geht es sanft abwärts. Die Bilanzsumme schrumpft jährlich um durchschnittlich zwei Prozent, die Zahl der Mitarbeiter geht ebenfalls zurück – auf zuletzt 215. Doch beim Gehalt des Chefs langt die Sparkasse immer tiefer in die Tasche. In den vergangenen vier Jahren ist die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden durchschnittlich um 6,6 Prozent gestiegen – auf 298.600 Euro.

Das sauerländische Institut ist damit Spitzenreiter bei der jährlichen Steigerungsrate unter den Sparkassen Nordrhein-Westfalens (NRW). Bereits seit 2011 müssen die Institute die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen. Zwar betrifft diese Pflicht bislang nur NRW. Doch immerhin sitzen hier ein Viertel aller 413 Sparkassen.

Ein Ergebnis für 2014: Die Gehälter der Sparkassenchefs stiegen im Schnitt stärker als die Tarifgehälter der Angestellten. Die Auswertung des Handelsblatts zeigt, dass die durchschnittliche Vergütung der Chefs um 4,1 Prozent gewachsen ist, während die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst bei drei Prozent lag. Das Durchschnittssalär der Topmanager betrug 352 .000 Euro. Die Betrachtung für das Jahr 2014 ist erst jetzt möglich, weil manche Institute ihre Abschlüsse spät im Jahr veröffentlichen. (Hier gibt es alle Daten als Excel-Datei zum Download.)

Mittlerweile legen 102 von 105 Sparkassen offen, wie viel ihre Vorstände verdienen. Zwei weitere Sparkassen haben das für die Zukunft angekündigt. Nur einen Vollverweigerer gibt es: die Sparkasse Fröndenberg. Laut Gesetz muss der Träger der Sparkasse, in den meisten Fällen die Kommune, darauf „hinwirken“, dass die Gehälter offengelegt werden. Zähneknirschend kommen die Institute dem nach, nachdem viele es zunächst ignoriert hatten. Doch ein Problem bleibt: Die Träger haben kein Sanktionsrecht. Sie können Verweigerer nicht bestrafen.

Die größten Sparkassen Deutschlands (Stand: 2014)

Platz 10: Sparkasse Bremen

Bilanzsumme: 11 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.537

Platz 9: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam

Bilanzsumme: 11,1 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.683 (Stand: 2014)

Platz 8: Stadtsparkasse Düsseldorf

Bilanzsumme: 11,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.268. Vor zwei Jahren belegte das Institut noch den siebten Rang.

Platz 7: Ostsächsische Sparkasse Dresden

Bilanzsumme: 12 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.799. Die Bank macht im Vergleich zum Jahr 2012 zwei Plätze gut.

Platz 6: Sparkasse Hannover

Bilanzsumme: 13,9 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.255

Platz 5: Stadtsparkasse München

Bilanzsumme: 16,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 3.003

Platz 4: Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 17,7 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.797

Platz 3: Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 23,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.512

Platz 2: Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 29,6 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.536

Platz 1: Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 42,4 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 5.358

Quelle

Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Der größte Gehaltssprung binnen Jahresfrist schlägt bei Uwe Willner zu Buche, dem Chef der Sparkasse Düren. Dafür gibt es einen guten Grund: 2014 verdiente er 388.900 Euro – ein Plus von 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Willner war im Herbst 2013 vom Vorstandsmitglied auf den Posten des Chefs befördert worden. Entsprechend mehr verdiente er dann im Gesamtjahr 2014.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

23.11.2015, 08:11 Uhr

Unser Volksvermögen (Dividenden Auszahlung an Gemeinden, Kommunen und Städte) Kraftwerksmixpark (Kohle, Gas und Kernkraft) wird einer asozialen Energiewende mit ihrem marktfeindlichen EEG geopfert.
Und das Volksvermögen der Gemeinde- Städte- und Landeseigenen Sparkassen werden der globalen Investment- und Bankenbranche geopfert.

Nur soviel, was es heißt eine Sparkasse zu sein.....

Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut mit der Aufgabe, der Bevölkerung Möglichkeiten zur sicheren und verzinslichen Geldanlage zu bieten und die örtlichen Kreditbedürfnisse zu befriedigen. Die Erzielung von Gewinnen ist hierbei nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes. Das Geschäftsgebiet einer Sparkasse ist in der Regel auf das Gebiet ihres Trägers, beispielsweise einer Gemeinde, eines Landkreises oder eines Zweckverbandes, begrenzt.

Sparkassen entstanden zumeist im 19. Jahrhundert, um den ärmeren Bevölkerungsschichten eine sichere Möglichkeit zu eröffnen, kleinste Kapitaleinlagen zur Risikovorsorge im Alter oder bei Krankheit verzinslich zurückzulegen. Die Institute unterlagen daher zunächst strengen Geschäftsbeschränkungen, die im Zeitablauf nach und nach gelockert wurden. Heute sind den Sparkassen regelmäßig alle Bankgeschäfte erlaubt, so dass sie inzwischen als Universalbanken betrieben werden.

Herr Kurt Siegel

23.11.2015, 08:29 Uhr

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, deshalb werden die lokalen Entscheider sich auch künftig nicht querstellen und durch ihre Politik des Wegsehens begünstigen, dass die Sparkassenvorstände sich auf Kosten der Allgemeinheit weiter die Taschen vollschlagen; was für eine verlogene Politik !!

Herr hpeter malter

23.11.2015, 09:08 Uhr

Ist doch ein schönes Beispiel für den Mißbrauch ALLER öffentlichen Einrichtungen durch die Staatsparteien u die heimliche Selbstbedienung im öffentlichen Dienst, die zu einer Zweiklassengesellschaft geführt hat, die leider nicht thematisiert wird, weil sich die von Parteien beherrschte Funktionärsklasse im Öffent. Dienst so gerne als "Kleiner Mann" aufführt.

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