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08.01.2016

14:04 Uhr

Sparkassen-Präsident Fahrenschon

„Das billige Geld trägt den Geruch der Krise”

VonOliver Stock

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes hält eine Anhebung der Leitzinsen in der Eurozone schon 2017 für möglich. Optimismus schöpft er aus der US-Zinswende. Einer vermiest ihm jedoch den positiven Ausblick.

„Dieses ganze billige Geld trägt den Geruch der Krise.” dpa

Georg Fahrenschon

„Dieses ganze billige Geld trägt den Geruch der Krise.”

DüsseldorfDie Bundesbank hatte schon im Herbst Alarm geschlagen: Wenn die Zinsen im Euroland in den nächsten vier Jahren nicht steigen, wird es eng für Sparkassen und Genossenschaftsbanken. In einer umfangreichen Studie hatten die deutschen Bankaufseher ausgerechnet, dass diesen Banken, die zum großen Teil vom Zinsgeschäft leben, rund die Hälfte ihres derzeitigen Gewinns wegbricht, wenn die Zinsen nicht steigen. Also ist Hoffnung angesagt, dass sich die Sache aus Bankensicht zum Besseren wendet.

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Erster Verbreiter von Zuversicht ist schon von Berufs wegen Georg Fahrenschon, Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Er wettert seit Jahren gegen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Natürlich nicht aus Eigennutz und mit Blick auf die eigenen Institute, wie er stets betont und wie ihm jeder selbstverständlich glaubt, sondern weil, „dieses ganze billige Geld den Geruch der Krise trägt”. Mit diesen Worten hat Fahrenschon ordnungspolitisch sezierend den ersten Ludwig-Erhard Gipfel eröffnet, bei dem sich Politik und Wirtschaft am Tegernsee bei München trifft.

Die größten Sparkassen Deutschlands (Stand: 2014)

Platz 10: Sparkasse Bremen

Bilanzsumme: 11 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.537

Platz 9: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam

Bilanzsumme: 11,1 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.683 (Stand: 2014)

Platz 8: Stadtsparkasse Düsseldorf

Bilanzsumme: 11,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.268. Vor zwei Jahren belegte das Institut noch den siebten Rang.

Platz 7: Ostsächsische Sparkasse Dresden

Bilanzsumme: 12 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.799. Die Bank macht im Vergleich zum Jahr 2012 zwei Plätze gut.

Platz 6: Sparkasse Hannover

Bilanzsumme: 13,9 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.255

Platz 5: Stadtsparkasse München

Bilanzsumme: 16,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 3.003

Platz 4: Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 17,7 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.797

Platz 3: Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 23,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.512

Platz 2: Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 29,6 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.536

Platz 1: Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 42,4 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 5.358

Quelle

Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Fahrenschon glaubt deswegen, dass trotz Ölpreis, China-Desaster und Flüchtlingskrise die Zinswende auch in Europa in Sicht ist. „Wenn wir die Zeit nutzen, werden wir die Zinswende im nächsten Jahr oder 2018 hinbekommen”, sagt Fahrenschon. Unter Zeit nutzen, versteht der Sparkassenpräsident „Strukturreformen” in den Euroländern. Sie müssten Vorrang vor neuen Schulden haben. Doch wenn Politiker wie der Italiener Mario Renzi erst neulich wieder neue Schulden im Staatshaushalt ankündigen, klingt Fahrenschons Einschätzung doch ein bisschen nach Zweckoptimismus.

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