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13.04.2016

12:44 Uhr

Sparkassen, Volksbanken, Privatbanken

Filialsterben der Banken jetzt auch amtlich

Die Zahl der Banken und Filialen in Deutschland schrumpft seit vielen Jahren. Im vergangenen Jahr hat sich der Abbau der Geschäftsstellen beschleunigt – aus mehreren Gründen.

Im ganzen Land gibt es laut Bundesbank noch 11.459 Sparkassen-Zweigstellen – 12 Prozent weniger als vor fünf Jahren. dpa

Sparkassen-Filiale in Hannover

Im ganzen Land gibt es laut Bundesbank noch 11.459 Sparkassen-Zweigstellen – 12 Prozent weniger als vor fünf Jahren.

DüsseldorfDie offizielle Statistik der Bundesbank zeigt: Das Filialsterben deutscher Geldhäuser hat sich im vergangenen Jahr noch einmal deutlich verschärft. Alle Kreditinstitute zusammen unterhielten Ende Dezember 2015 den Daten zufolge noch 34.045 Zweigstellen. Das waren 1257 weniger als im Jahr zuvor (minus 3,5 Prozent).

Vor zehn Jahren hatte es noch etwas mehr als 44.000 Zweigstellen in Deutschland gegeben. Im Schnitt gingen also pro Jahr eintausend Filialen verloren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die starke Verbreitung von Online-Banking macht viele Besuche in Bankfilialen überflüssig, die Unterhaltung von Filialen ist teuer, der Konkurrenzdruck der Banken untereinander hat sich verschärft.

Die Zahl der Bankfilialen schrumpft – bedauerlich?

Der Abbau der Filialen dürfte ungebremst weitergehen. Oliver Mihm, Chef der Beratungsfirma Investors Marketing, rechnet damit, dass bis 2020 bei deutschen Banken jede fünfte Filiale wegfällt. Viele Einzelinstitute würden sogar ein Viertel der Filialen streichen. Trendsetter ist die Hypo-Vereinsbank. Sie hat gut 40 Prozent ihrer 600 Filialen geschlossen – und die übrigen modernisiert.

Die DZ Bank prognostizierte jüngst: Bis 2030 dürfte die Zahl der Filialen insgesamt unter 20 000 sacken - ein Minus von 40 Prozent. Allein 2015 hatten deutsche Banken nach einer Erhebung des Handelsblatts rund 1.000 Filialschließungen angekündigt, die noch nicht alle umgesetzt sein dürften. So will die Deutsche Bank bis Ende kommenden Jahres mehr als 200 von 723 Filialen geschlossen haben.

Filialsterben der Banken (2010 bis 2015)

Sparkassen

Zahl der Filialen (Ende 2010): 13.025

Zahl der Filialen (Ende 2013): 12.323

Zahl der Filialen (Ende 2015): 11.459

Veränderung 2015 vs. 2010: -12 Prozent

Quelle: Bundesbank

Volksbanken/Raiffeisenbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 11.830

Zahl der Filialen (Ende 2013): 11.335

Zahl der Filialen (Ende 2015): 10.630

Veränderung 2015 vs. 2010: -10,1 Prozent

Großbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 8.132

Zahl der Filialen (Ende 2013): 7.610

Zahl der Filialen (Ende 2015): 7.240

Veränderung 2015 vs. 2010: -11 Prozent

Regional- und Kreditbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 2.604

Zahl der Filialen (Ende 2013): 2.424

Zahl der Filialen (Ende 2015): 2.340

Veränderung 2015 vs. 2010: -10 Prozent

Die Schließungswelle hatte zuletzt sogar die Werber unterschiedlicher Bankenlager aufeinander gehetzt. Die Commerzbank provozierte mit Werbespots zur reichlich skurrilen Schließung der Filiale eines fiktiven Wettbewerbers, im Netz unter meinebankistweg.de zu finden.

Rund um eine Kundin wird in dem Film mitten im Beratungsgespräch die Filiale ausgeräumt. Am Schluss wird ihr gar der Stuhl weggerissen, das Licht im verlassenen Büro geht aus. Anders die Commerzbank. Sie plane „keinen Rückzug aus der Fläche, weder heute noch morgen“, heißt es. In Wahrheit baut aber auch die Commerzbank deutlich Filialen ab.

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