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12.07.2016

14:57 Uhr

Sparkassen vs. Paypal

Wo das Geldhaus den Online-Bezahldienst hinter sich lässt

VonElisabeth Atzler

Der US-Onlinebezahldienst Paypal ist mit 16 Millionen privaten Nutzern in Deutschland Schreck der Kreditinstitute. Der deutsche Konkurrent Paydirekt steckt in den Anfängen – ist in einem Bereich aber sehr erfolgreich.

Der Online-Bezahldienst hat in Deutschland viele private Kunden. Auch bei einigen Kommunen kann man über Paypal bezahlen. Doch die Sparkassen haben mit ihrem Angebot aufgeholt. AP

Paypal

Der Online-Bezahldienst hat in Deutschland viele private Kunden. Auch bei einigen Kommunen kann man über Paypal bezahlen. Doch die Sparkassen haben mit ihrem Angebot aufgeholt.

FrankfurtLange haben die deutschen Banken gezögert. Ende vergangenen Jahres startete dann das gemeinsame Online-Bezahlsystem Paydirekt. Damit wollen die Geldhäuser dem US-Wettbewerber Paypal Paroli bieten. Denn Paypal hat nach eigenen Angaben 16 Millionen aktive Kunden in Deutschland.

Noch etwas länger als private und genossenschaftliche Banken brauchten die deutschen Sparkassen, bis sie sich entschlossen bei Paydirekt mitzuziehen. Ihre Kunden können sich dort erst seit Frühjahr registrieren.

Bisher haben sich rund 250.000 Privatkunden bei Paydirekt angemeldet. „Da sind wir sehr zufrieden“, sagte Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt Ende Juni. Im Vergleich zu Paypal ist das nicht viel, was auch daran liegt, dass bisher nur rund 100 Onlineshops mitziehen – darunter kaum ein ganz großer.

Paydirekt - was ist das?

Wer steht hinter Paydirket?

Paydirekt ist eine branchenweite Kooperation der deutschen privaten und genossenschaftlichen Banken sowie der Sparkassen.

Was unterscheidet Paydirekt von anderen Bezahldiensten?

Im Unterschied zu anderen Bezahldiensten ist Paydirekt kein Drittanbieter. Die Zahlung wird direkt über das eigene Konto abgewickelt. Außerdem wirbt Paydirekt damit, dass die Informationen über die Kundeneinkäufe nicht weiterverkauft würden. Das soll besseren Datenschutz gewährleisten.

Wie läuft die Registrierung?

Um sich für Paydirekt registrieren zu können, benötigen die Kunden ein Girokonto bei einer teilnehmenden Bank oder Sparkasse, einen Onlinebanking-Zugang sowie eine E-Mail-Adresse.

Können auch Käufer außerhalb Deutschlands Paydirekt nutzen?

Käufer, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben, können Paydirekt nutzen, sofern sie ein Girokonto mit Onlinebanking-Zugang bei einer der teilnehmenden Banken oder Sparkasse haben sowie über eine E-Mail-Adresse verfügen.

Ab wann kann man Paydirekt nutzen?

Paydirekt ging Ende 2015 in den Markt.

Welche Gebühren entstehen Händlern durch Paydirekt?

Händler sollen ihre Gebühren direkt mit den teilnehmenden Banken und Sparkassen verhandeln.

Welche Bezahlarten können über Paydirekt abgewickelt werden?

Mit Paydirekt können Händler ihren Kunden den Einkauf mit Direktbuchung, Vorbestellung oder Teilzahlung anbieten.

Jetzt aber soll die Zahl der Kunden endlich richtig steigen. Die gut 400 Sparkassen jedenfalls werben jetzt ordentlich, um auf Paydirekt aufmerksam zu machen.

An anderer Stelle ist es den öffentlich-rechtlichen Instituten bereits gelungen, Paypal abzuhängen: Wenn es um Onlinezahlungen in Kommunen geht. Inzwischen haben rund 500 deutsche Kommunen einen Vertrag für das Sparkassen-System Girocheckout abgeschlossen. Über Girocheckout - das System stammt von der Firma Girosolution, die letztlich den deutschen Sparkassen gehört - lassen sich verschiedene Bezahlverfahren abwickeln, per Lastschrift, Kreditkarte oder online (Giropay). Auch Paydirekt spielt hier eine Rolle.

„Jetzt gilt es, noch mehr Kommunen dafür zu gewinnen, dies auch konkret zu tun“, sagt Hermann Stengele, Vorstand von Girosolution. Sein nächstes Ziel: „Bis Jahresende wollen wir in Summe 800 bis 1.000 Kommunen, Städte, Gemeinden und Behörden mit einem Girocheckout-Vertrag versorgt haben.“ Der Hintergrund: Kommunen sind künftig per Gesetz dazu verpflichtet, dass Bürger bestimmte Behördengänge elektronisch abwickeln können – da ist es hilfreich, wenn man auch gleich online bezahlen kann.

Kommentare (13)

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Herr Peter Lustig

12.07.2016, 15:40 Uhr

Welchen Mehrwert bietet mir Paydirekt als Privatkunde?
Anscheinend keinen...
Großes "Blabla" über dt. Server usw.
Wenn man bedenkt, dass wir abgehört werden, so ist das Argument doch etwas lächerlich. Wer so argumentiert, sollte nur noch bar zahlen. Ansonsten reicht auch eine Onlineüberweisung.
Wenn man nicht wie bei Paypal seine Kreditkartendaten hinterlegen kann, dann bleibt es eine Totgeburt (ähnlich „Click and Buy“).
Was bietet es mir als Gewerbetreibender?
Wieder ein Bezahldienst, wieder neue AGB/Verhandlungen und womöglich System/Serverprobleme, wenn Zahlvorgänge scheitern. Als Händler muss ich mich an die Händlerbank wenden. Die Daten laufen aber über den Zahldienst. Wer haftet dann für Fehler und Probleme?
Der Kunde rennt mir weg, wenn er nicht beim ersten Mal zahlen kann. ODER ich mache es transparent und jeder zahlt per Überweisung.

Herr Robert Piro

12.07.2016, 16:33 Uhr

Es wird wieder einmal versucht in Deutschland eine Inselloesung zu erzwingen. Wann versteht die deutsche Kreditwirtschaft endlich, dass Menschen heutzutage mit einem einzigen System einkaufen wollen? Wobei Paypal auch noch eine Geld-Zurueck-Garantie gibt! Wer will denn einen PayPal account fuer Europa und ein Paydirektkonto fuer Deutschland? Welcher Online-Haendler will den zweimal Gebuehren entrichten? Pure Geldverschwendung! Ganz aehnlich ist es mit der Maestro-Karte, die international kaum zum Einkaufen benutzt werden kann: Waehrend Visa Debit z.B. problemlos bei Internetzahlungen benutzt werden kann muss man sich in Deutschland erst eine Kreditkarte besorgen, weil die maestro-Karte eben nicht als Masterkarte anerkannt wird. Einfach provinziell.

Account gelöscht!

12.07.2016, 16:51 Uhr

Paypal ist was für arglose Deppen. Wer hat die über 30 Seiten AGB´s gelesen, bevor er oder sie auf "Akzeptieren" geklickt hat? Nicht nötig? Lieber schnell kaufen? Deppen eben.

Man sollte sich mal fragen, womit Paypal sein Geld macht, da der Dienst für den Kunden ja kostenlos ist. Einzige logische Erklärung: Die Daten! So braucht sich auch niemand dieser 16 Millionen Paypal-Nutzer über Reklame-Spam zu wundern.

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