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10.07.2011

20:56 Uhr

Sparkassenpräsident

„Banken verkaufen ihre Griechen-Anleihen“

VonAndreas Dörnfelder

ExklusivDie LBBW hat massiv Griechenland-Anleihen verkauft. Der Aufsichtsrat und baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider kritisiert im Interview mit dem Handelsblatt die Euro-Politik der Regierung.

Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Quelle: ap

Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg.

DüsseldorfPeter Schneider, LBBW-Aufsichtsrat und baden-württembergischer Sparkassenpräsident, wendet sich im Interview mit dem Handelsblatt deutlich gegen die Griechenland-Politik der Bundesregierung. „In jedem Aufsichtsrat werde gefragt: Habt ihr Griechenland-Anleihen? Warum verkauft ihr nicht?“ Ein Verkauf der Anleihen gehe natürlich nur, wenn der Markt die Papiere abnehme, so Schneider. Zum Volumen äußerte er sich nicht konkret. Der CDU-Politiker verwies dazu nur auf Presseberichte, dass die deutsche Finanzwirtschaft ihr Engagement in etwa halbiert habe. Die Angaben reichen von einem Drittel bis zur Hälfte. Schneider: „Da fällt die LBBW weder nach oben noch nach unten auf.“

Die Banken hatten dagegen 2010 der Regierung noch versprochen, keine Griechenland-Anleihen zu verkaufen. Schneider sagte dazu: „Alle tun das. Sie können doch nicht um einen Beitrag zur Stabilisierung bitten und dann plötzlich einen Gläubiger-Schnitt ins Spiel bringen.“ Wenn die Regierung damals gesagt hätte: „Haltet die Anleihen, und wir plädieren dann für eine sanfte Umschuldung“, wäre sie von jedem ausgelacht worden.

Bei der Sanierung der LBBW sei einiges passiert. Baden-Württemberg habe entscheidende Konsolidierungsschritte gemacht: die Integration der Landesbank Rheinland-Pfalz und die Übernahme der SachsenLB. Der dritte Schritt sei die Restrukturierung des eigenen Hauses. „Wir liegen in allen Bereichen deutlich über Plan“, sagte Schneider. Er nannte konkret den Abbau der Portfolios, dem Abverkauf der Beteiligungen, der Reduktion der Bilanzsumme und den Abbau der Risikoaktiva. Die Bank habe sich vorgenommen, bis 2013 rund 2500 Stellen abzubauen. Mehr als die Hälfte sei schon geschafft.

Kommentare (9)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.07.2011, 21:12 Uhr

Ah, und an wen? Mit welchem Abschlag?

R.Ruf

10.07.2011, 21:21 Uhr

Na ja, unsere neue nette bad-bank von nebenan, die EZB.

Thomas-Melber-Stuttgart

10.07.2011, 21:59 Uhr

Also indirekt (anteilig) an den deutschen Staat bzw. den deutschen Steuerzahler.

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