Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2012

08:31 Uhr

Sparkassenpräsident

Haasis verschärft Kritik an EZB-Geldschwemme

Sparkassenpräsident Heinrich Haasis legt bei seiner Kritik an den EZB nach. Das billiger Geld der Zentralbank sei volkswirtschaftlich gefährlich und behinderte die Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen.

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis. dpa

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis.

BerlinSparkassenpräsident Heinrich Haasis hat seine Kritik an den großzügigen Liquiditätshilfen der Europäischen Zentralbank für den Finanzsektor verschärft. „Billiges Geld im Übermaß ist volkswirtschaftlich gefährlich und für uns Sparkassen im Wettbewerb mit anderen auch ärgerlich“, sagte Haasis der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Billiges Geld verführe die Banken zu riskanten Geschäften, wie sie die Ursache der Finanzkrise 2008 gewesen seien. Eine solche Politik drohe neue Preisblasen in Teilen der Wirtschaft auszulösen. „Wir müssen vor diesem Hintergrund auch den Immobilienmarkt in Deutschland kritisch beobachten“, warnte er.

Neben Stabilitätsgefahren bemängelt Haasis insbesondere, dass die dreijährigen EZB-Hilfen von zusammen einer Billion Euro „den beteiligten Banken einfache Gewinne ins Haus“ trage. In vielen Fällen würden diese Mittel in Staatsanleihen südeuropäischer Länder fließen, die relativ gute Zinsen brächten. „Wenn es zutrifft, dass über 100 Milliarden Euro an italienische Banken gegangen sind, so können diese damit fast fünf Milliarden Euro verdienen“, klagte Haasis.

Der Sparkassenpräsident hält auch das Probleme der grenzüberschreitend tätigen und für das gesamte Finanzsystem wichtigen Mega-Banken in der Welt für ungelöst - es habe sich eher noch verstärkt. In Europa hätten heute neun Banken eine größere Bilanzsumme als die jährliche Wirtschaftsleistung ihrer Heimatländer, beklagte er. Zudem bestünden Anreize fort, dass Banken immer größer werden. Die Systemrisiken durch diese Institute seien nicht gesunken.

Von

rtr

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Stefan-L-Eichner

12.03.2012, 09:27 Uhr

Wo er recht hat, hat er recht.

Es ist doch bemerkenswert, dass das Problem des "Too big too fail" schon lange immer wieder vorgebracht, aber diesem Problem in keiner Weise entgegengewirkt wird - im Gegenteil.

Das ist umso bemerkenswerter, als sowohl der IWF in einer Analyse bereits im März 2011

http://www.imf.org/external/pubs/ft/sdn/2011/sdn1105.pdf

vor den wachsenden Finanzmarktrisiken warnte als etwa auch das DIW in einer Studie von August 2008

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.377260.de/11-32.pdf

Von der Bewältigung der Finanzmarktkrise kann deswegen gar keine Rede sein. Die vorübergehende Stabilisierung wurde und wird weiterhin teuer erkauft zum Preis einer sich ständig erhöhenden Fallhöhe der Märkte und vor allem auch ganzer Volkswirtschaften!

Es sei daran erinnert, dass ein Einbruch der Märkte ebenso wie nach der Lehman-Pleite abrupt erfolgen und die angeschlagene Weltwirtschaft mitziehen dürfte. Wer davor die Augen verschließt, muss ein grenzenloser Optimist sein ... oder Politiker.

rational

12.03.2012, 09:59 Uhr

Ursache der dotcom-Blase war zuviel Liquidität.
Lösung nach dem Crash: noch mehr Liquidität.
Folge: Immobilien & Subprimecredit Blase.
Lösung nach dem Crash: noch mehr Liquidität.
Folge: Staatsanleihen-Blase die droht zu crashen..
Lösung diesmal vor(?) dem Crash: noch mehr Liquidität.

http://www.youtube.com/watch?v=FtO8w1QAJSo
auch Teil 2 und 3 schauen!

rational

12.03.2012, 10:04 Uhr

Interessanterweise hat Hayek (und auch Mises) dieses Problem schon vor vielen Jahrzehnten erkannt, trotzdem behandelt man die Österreichische Schule heute immer noch sehr stiefmütterlich..

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×