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27.04.2016

13:26 Uhr

Sparkassentag in Düsseldorf

„Wir rutschen in eine Gesellschaft, die auf Pump lebt“

VonElisabeth Atzler, Frank Matthias Drost

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon setzt auf dem Verbandstag zunächst auf Harmonie. Doch dann erneuert er die Kritik an der Niedrigzinspolitik der EZB. Die gemeinsame europäische Idee sei in Gefahr, warnt er.

Nach Ansicht des Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon schwindet das Vertrauen in den Euro. dpa

Deutscher Sparkassentag in Düsseldorf

Nach Ansicht des Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon schwindet das Vertrauen in den Euro.

DüsseldorfAufgeräumt betritt der Vorstandschef der BayernLB, Johannes Riegler, die riesige Halle sechs auf dem Düsseldorfer Messegelände. Die rheinische Metropole ist der Austragungsort des Deutschen Sparkassentags, der alle drei Jahre stattfindet. „Das ist schon wie ein großes Familientreffen. Man freut sich, alte Bekannte wiederzutreffen“, meint der Manager.

Aber wie das so ist, bei einem Familientreffen tauscht man auch Sorgen aus. Und die sind in diesen Zeiten nicht klein. Stichworte sind Dauerniedrigzinsen, Digitalisierung, wachsende Konkurrenz durch Fintechs, Regulierung. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon weiß um die Befindlichkeiten. Sorgen sollen aber auf dem Sparkassentag nicht dominieren. Das „Wir-Gefühl“ soll beflügelt werden.

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„Sparkassen sind Schutzschild der Sparer, des Mittelstandes und der Menschen mit geringen Vermögen und Einkommen“, bringt er das Selbstverständnis der Sparkassen unter dem Beifall der rund 2500 Gäste auf den Punkt. „Wir sind ein Stück gelebte Soziale Marktwirtschaft – eben einfach anders“, so Fahrenschon.

„Einfach anders“, so lautet auch der Slogan des 25. Sparkassentages. Und unbeabsichtigt wirft dieser Slogan auch ein Schlaglicht auf ein Dilemma der Gruppe, die sich gern auch als „dezentral bis auf die Knochen“ bezeichnet. Denn damit steht sich die riesige Organisation mit ihren 409 Sparkassen, sechs Landesbanken, elf öffentliche Versicherern und acht Bausparkassen auch häufig selbst im Weg. In Zeiten, in denen es schwerer wird, Geld zu verdienen, steigt der Druck, Kosten zu sparen und Strukturprobleme im Verbund angehen.

Kommentare (33)

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Herr Percy Stuart

27.04.2016, 13:49 Uhr

Wir leben doch schon lange in dieser Gesellschaft. Einfach mal die reale Volksvermögensverteilung anschauen. Viele deutschen Mittelschicht- und Unterschichtfamilien sind überschuldet oder können nur noch durch dauerhafte Überschuldung (überzogener Dispo, Konsum auf Kreditkarte) monatlich existieren. 2/3 aller auf Deustchlands Straßen fahrenden Autos sind auf Pump finanziert und müssen monatlich abgestottert werden. Gleiches gilt für Konsumkredite und Ratenzahlungsverträge. Hätte es diese Kreditnachfrage nicht gegeben, sehe es in Wirtschaft und Staat noch viel bitterer aus als jetzt. Dann wäre nämlich die jetzt schon viel zu schwache Nachfrage komplett weggebrochen. Würden die Banken morgen früh alle laufenden Kredite von den Schuldnern aufkündigen, wäre auch hier in D der Staatsbankrott fällig, da nämlich dann von der einen auf die andere Sekunde Millionen Existenzen vernichtet wären. Wir leben in einer Scheinwelt, die nunmal auf Pump aufgebaut wurde.

Frau Annette Bollmohr

27.04.2016, 13:52 Uhr

„Wir rutschen in eine Gesellschaft, die auf Pump lebt“

Paar Fragen hätt' ich dazu:

1.) Bei wem auf Pump lebt?
2.) In welcher Form, späteren Geldansprüchen?
3.) Wer bestimmt, was etwas - in Geld ausgedrückt - "wert" ist?

Letzten Endes hat jedes Ding wohl genau den Wert, den ihm irgendjemand beimisst. Heißt: Wenn alle das Gleiche wollen, das Angebot aber begrenzt ist, steigt es im Wert. Die Menschen sind bekanntlich verschieden, ihre Bedürfnisse also auch. Gewisse Dinge sind aber für jeden Menschen lebenswichtig.

Herr Percy Stuart

27.04.2016, 13:55 Uhr

Der Vorhang fällt, die Illusionen zerplatzen: Scheindemokratie, Scheinstaat, Scheinregierung, Scheinfrieden, Scheinfreiheit, Scheinwahrheit, Scheingesundheit, Scheingerechtigkeit, Scheinmoral, Scheinkrankheit, Scheinheilige, Schein-Geld, Schein-Asylanten, Schein-Medien... usw. und so fort.

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