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07.06.2016

18:24 Uhr

Sparkassenverband

DSGV trommelt gegen europäische Einlagensicherung

Eine Initiative des Sparkassenverbands mobilisiert Wirtschaftsverbände gegen die geplante europäische Einlagensicherung von Bankguthaben. Sie gefährde die langfristige wirtschaftliche Stabilität, so der Vorwurf.

Die EU-Kommission will bis 2024 ein einheitliches System aufbauen, das die Guthaben von Bankkunden in der EU bei Institutspleiten gemeinschaftlich absichern soll. dpa

Sparkassenfiliale

Die EU-Kommission will bis 2024 ein einheitliches System aufbauen, das die Guthaben von Bankkunden in der EU bei Institutspleiten gemeinschaftlich absichern soll.

BerlinDer Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erhält Unterstützung in seinem Kampf gegen die geplante europäische Einlagensicherung von Bankguthaben. Zahlreiche einflussreiche Wirtschaftsverbände schlossen sich mit dem DSGV zur Initiative „Damit sicher sicher bleibt“ zusammen. Die Initiative setze sich „für den sichersten Schutz der Sparer ein“ und wolle die Bundesregierung mit Positionen und Argumenten in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Einlagensicherung unterstützen.

Die EU-Kommission will bis 2024 ein einheitliches System aufbauen, das die Guthaben von Bankkunden in der EU bei Institutspleiten gemeinschaftlich absichern soll. Auch die deutschen Sparkassen müssten in das System einzahlen.

Die Initiative, der unter anderem der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken, der Außenhandelsverband, der Industrie- und Handelskammertag und der Handwerksverband angehören, kritisierte am Dienstag, die Einlagensicherung gefährde die langfristige wirtschaftliche Stabilität. Würden Mittel durch das System „zweckentfremdet“, um Banken in Drittländern zu helfen, könne das die Bonität von Banken erheblich beeinträchtigen.

Die größten Genossenschaftsbanken (2016)

Platz 10

Evangelische Bank eG (Kassel)

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4 Mrd. Euro

Platz 9

Sparda-Bank München eG

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,3 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,3 Mrd. Euro

Alle Angaben beziehen sich auf das Jahresende 2016.

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft AG (Köln)

Bilanzsumme: 8,6 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 453 Mio. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 8

Sparda-Bank West eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 9 Mrd. Euro
Einlagen: 8 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,9 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,6 Mrd. Euro

Platz 6

Frankfurter Volksbank eG

Bilanzsumme: 9,3 Mrd. Euro
Einlagen: 7,3 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,6 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,2 Mrd. Euro

Platz 5

Sparda-Bank Südwest eG (Mainz)
Bilanzsumme: 9,4 Mrd. Euro
Einlagen: 7,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 6,5 Mrd. Euro

Platz 4

BBBank eG (Karlsruhe)

Bilanzsumme: 10,2 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,2 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 3

Berliner Volksbank eG

Bilanzsumme: 12.5 Mrd. Euro
Einlagen: 10,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 895 Mio. Euro
Kundenforderungen: 7,7 Mrd. Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg eG (Stuttgart)

Bilanzsumme: 13,4 Mrd. Euro
Einlagen: 11,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 10,7 Mrd. Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 38,8 Mrd. Euro
Einlagen: 25,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 93 Mio. Euro
Kundenforderungen: 29,7 Mrd. Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Eine solche Transferunion würde in das Vertragsverhältnis zwischen Kunde und Bank eingreifen, das Vertrauen der Einleger beschädigen und damit gefährden, dass verlässlich und langfristig Einlagen für Finanzierungszwecke zur Verfügung stehen – Kapital, auf das mittelständische und familiengeführte Unternehmen angewiesen seien.

Zwischen den Bankensystemen in der Eurozone gebe es „erhebliche Unterschiede hinsichtlich der finanziellen Stabilität und wirtschaftlichen Entwicklung“, erklärte die Initiative. In einigen Staaten seien die Verbindungen zwischen Staatsfinanzierung und Bankbilanzen weiterhin eng. Stabile und leistungsfähige Bankensysteme würden gezwungen, für instabile Systeme zu haften.

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