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06.03.2013

19:06 Uhr

Sparkassenverband

Landesbanken könnten Trennbanken-System ausweichen

Einige Landesbanken könnten dem geplanten Trennbanken-System ausweichen, so die Einschätzung von Sparkassenverbands-Präsident Georg Fahrenschon. Sie könnten zum Beispiel den Anteil ihrer Risikogeschäfte verringern.

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon: „Es ist noch sehr nebulös, was uns vorgelegt wurde." dapd

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon: „Es ist noch sehr nebulös, was uns vorgelegt wurde."

FrankfurtEinige Landesbanken können dem geplanten Trennbanken-System in Deutschland möglicherweise ausweichen. „Wir haben mit Sicherheit ein oder zwei Institute, die beim Volumen überlegen müssen, ob sie die Größen verändern, um an der Stelle nicht betroffen zu sein", sagte Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), am Mittwoch in Frankfurt.

Konkrete Aussagen über die Auswirkungen des Gesetzes auf einzelne öffentlich-rechtliche Institute seien derzeit aber nicht möglich, da unklar sei, welche Geschäfte genau vom Gesetzgeber als risikoreich eingestuft würden. „Es ist noch sehr nebulös, was uns vorgelegt wurde."

Die Bundesregierung will die Sparer davor schützen, dass die Banken mit ihren Einlagen zu große Risiken im Handel eingehen. Deshalb hat sie einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Großbanken dazu zwingt, risikoreiche Teile des Handelsgeschäfts in eine eigene Einheit auszugliedern. Das Gesetz soll für Banken gelten, bei denen riskante Geschäfte mehr als 20 Prozent der Bilanzsumme oder insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro ausmachen. Der Entwurf der Bundesregierung lehnt sich an die Vorschläge einer Experten-Kommission um den finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen und die geltende Gesetzgebung in Frankreich an.

Im öffentlich-rechtlichen Lager gilt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als potenzieller Kandidat für das Trennbankensystem. Deutschlands größte Landesbank hat sich nach eigenen Bekunden bei der Ausarbeitung des Gesetzes eingebracht. „Wenn Veränderungen anstehen, ist es besser, man ist in einem Prozess involviert, als wenn man am Ende etwas präsentiert bekommt und seine Argumente nicht einbringen konnte", erklärte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter kürzlich.

Da die LBBW nach der Beinahe-Pleite 2008 riskanten Geschäften abgeschworen hat, geht Vetter jedoch nicht davon aus, dass die Stuttgarter Bank Geschäfte abspalten muss. „Auf Basis dessen, was Liikanen beabsichtigt, könne wir eigentlich nicht betroffen sein." Das große Volumen des LBBW-Handelsgeschäfts sei zu einem großen Teil auf den deutlich gestiegenen Wert von Derivaten zurückzuführen, sagte Vetter. Dabei handle es sich vor allem um Absicherungsgeschäfte, die wegen des gestiegenen Dollar und gesunkener Zinsen an Wert gewonnen hätten.

Von

rtr

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