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22.02.2013

13:19 Uhr

Sparplan

Commerzbank macht beim Stellenabbau Zugeständnisse

Bis zu 6000 Stellen will die Commerzbank insgesamt streichen, vor allem in den Filialen. Die Gewerkschaften laufen dagegen Sturm. Nun kommt die Bankspitze dem Betriebsrat entgegen und will den Abbau langsamer angehen.

Blessing "Sechs Millionen Euro netto sind nicht genug"

Video: Blessing "Sechs Millionen Euro netto sind nicht genug"

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FrankfurtDer Commerzbank-Vorstand kommt dem Betriebsrat in den Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau im Filialgeschäft entgegen. Personalvorstand Ulrich Sieber will sich bis Ende 2015 mit dem Abbau von 1800 Stellen in den 1200 Filialen begnügen, wie die Commerzbank am Freitag mitteilte. Danach solle gemeinsam mit dem Betriebsrat entschieden werden, ob ein weitergehender Personalabbau notwendig ist.

Wenn bis Ende 2013 die ersten 600 Stellen in Deutschland gestrichen sind, will die Commerzbank für ein weiteres Jahr auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Grundsätzlich sollten Kündigungen bei dem ganzen Sparprogramm „weitestgehend vermieden werden“, versprach Sieber.

„Wir wollen ein klares Zeichen für faire und konstruktive Gespräche setzen. Deshalb hat der Vorstand diese Grundsatzerklärung beschlossen“, sagte Sieber. Die Arbeitnehmervertreter der Commerzbank hatten Zugeständnisse des Unternehmens zur Bedingung für die Aufnahme von Verhandlungen gemacht. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi will die Bank bis zu 3400 Stellen in den Filialen abbauen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Sparkurs laufen. „Ich hoffe, dass wir mit den 1800 hinkommen werden“, sagt Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsratsvize Uwe Tschäge.

Vorstandschef Martin Blessing hat der Bank eine Schrumpfkur verschrieben. Mit den erhofften zwei Milliarden Euro Ertragssteigerungen sollen die dringend nötigen Investitionen etwa in die IT finanziert werden. Dem Sparkurs fallen konzernweit bis zu 6000 Arbeitsplätze zum Opfer.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Die Bank erzielte zum Jahresende nur sechs Millionen Euro Gewinn, unter anderem weil sie angesichts der getrübten Gewinnaussichten in den nächsten Jahren ihre steuerlichen Verlustvorträge aus den Finanzkrisen-Zeiten nicht voll nutzen kann. Dennoch soll der Bankenrettungsfonds Soffin für das Jahr 2012 erstmals die fälligen Zinsen auf seine Stille Einlage erhalten, rund 150 Millionen Euro.

Wegen des fast auf Null gesunkenen Gewinns kürzte die Bank auch die Prämien: Die Boni für 2012 werden um 17 Prozent reduziert, bei den Investmentbankern sogar um 20 Prozent. Blessing hat seinen Bonus ganz ausgeschlagen. Der Vorstandschef kann allerdings mit einem deutlich höheren Fixgehalt rechnen, denn das ist seit 2012 nicht mehr auf eine halbe Million Euro gedeckelt.

Commerzbank-Chef Blessing bittet Aktionäre um Geduld

Video: Commerzbank-Chef Blessing bittet Aktionäre um Geduld

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Im Privatkundengeschäft verdiente der Dax-Konzern zuletzt kaum Geld. Der Vorsteuergewinn in der Sparte schmolz im Schlussquartal 2012 auf 30 (Vorjahreszeitraum: 140) Millionen Euro - der niedrigste Wert seit Jahresende 2010. Im Gesamtjahr 2012 halbierte sich der Vorsteuergewinn in der Sparte fast: auf 245 (476) Millionen Euro. „Ich habe schon Bedenken, dass wir es schaffen, das Geschäft zu steigern, wenn uns 1800 Kollegen im Vertrieb fehlen“, sagte Tschäge.

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