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23.08.2011

11:30 Uhr

Sparprogramm

UBS streicht jede 20. Stelle

Die Schweizer Großbank will im Zuge ihres Ende Juli angekündigten Sparprogramms auf rund fünf Prozent der gesamten Belegschaft verzichten. Vor allem eine Sparte trifft es hart.

Die Schweizerische Flagge weht an einer Filiale der UBS in Bern. AFP

Die Schweizerische Flagge weht an einer Filiale der UBS in Bern.

ZürichNach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal setzt die Schweizer Großbank UBS die Axt beim Personal an. 3500 Stellen sollen auch durch Entlassungen eingespart werden, wie die Bank am Dienstag ankündigte. Damit kappt UBS etwa jeden zwanzigsten Job. Bis Ende 2013 will die UBS die jährlichen Kosten damit um rund zwei Milliarden Franken drücken. Das Sparziel liegt am oberen Rand der 1,5 bis zwei Milliarden Franken, die die Bank vor einem Monat in Aussicht gestellt hatte.

Die Ankündigung reiht sich ein in Sparrunden bei anderen Instituten. Europäische Banken streichen insgesamt mehr als 50.000 Jobs. So fallen bei Credit Suisse 2000 Stellen weg, bei der britischen HSBC sind es gar 30.000. Wie bei den anderen Häusern muss auch bei der UBS vor allem das Investmentbanking bluten. Von den 3500 Stellen entfallen 45 Prozent auf diesen Bereich, weitere 35 Prozent auf den Bereich Wealth Management & Swiss Bank. Konzernweit arbeiten 65.700 Menschen für UBS, davon knapp 17.000 im Investmentbanking.

Auslöser für die milliardenschweren Sparpakete in vielen Häusern rund um den Globus sind die schwachen Geschäfte im zweiten Quartal. Wegen der Schuldenkrise hielten sich viele Investoren an den Märkten zurück, vor allem im wichtigen Anleihehandel. Bei UBS und Deutscher Bank sanken die Erträge in dem Segment im Vergleich zum Jahresbeginn um mehr als ein Drittel. Zugleich haben die Institute auf der Kostenseite in den vergangenen Monaten die Fixgehälter massiv nach oben geschraubt - als Reaktion auf schärfere Bonusregeln. Die Folge: Die Institute können die Ertragseinbußen nicht wie in der Vergangenheit über sinkende Prämien auffangen.

Bei UBS lastet zudem der starke Franken auf dem Geschäft, sodass der Gewinn im zweiten Quartal um 49 Prozent auf eine Milliarde Franken einbrach. Die nun angekündigte Sparrunde kostet den Konzern rund 550 Millionen Franken. Davon dürften 450 Millionen im zweiten Halbjahr 2011 anfallen. Die angekündigten Maßnahmen sind noch nicht zwingend das letzte Wort: „UBS wird ihre Kostenbasis weiterhin aufmerksam kontrollieren, dabei jedoch weiter in strategische Wachstumsbereiche investieren“, hieß es in der Mitteilung. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass auch weitere Banken Stellen streichen könnten. „UBS und Credit Suisse sind erst der Anfang“, sagte ein Händler. „Ich rechne mit einer Welle von weiteren Stellenkürzungen.“

An der Börse kletterten die UBS-Aktien 2,7 Prozent auf 10,80 Franken, während der europäische Bankenindex 1,7 Prozent vorrückte. Dirk Becker von Kepler Equities erklärte, viele Anleger begrüßten die Abkehr der UBS vom schwankungsanfälligen Investmentbanking hin zur Vermögensverwaltung. Aber die Kostensenkung sei ein Eingeständnis einer Niederlage. Nach dem Beinahe-Zusammenbruch habe die Bank Anfang 2009 zu viele neue Mitarbeiter eingestellt, ohne aber Marktanteile zu gewinnen. Angesichts der schwierigen Märkte müsse die Bank nun den Rückzug antreten.

Von

rtr

Kommentare (3)

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broker1

23.08.2011, 10:10 Uhr

die streichung von 3500 stellen kann ja wohl nur ein kleiner anfang sein. insgesamt müssen wohl eher 35 % aller stellen raus.
weiterhin sind immer noch die gezahlten gehälter und boni deutlich überzogen , auch hier besteht dringender anpassungsbedarf .
aus sicht der kapitaleigner kann diese bremsende einstellung der führung nicht nachvollzogen werden.

HvS-HH

23.08.2011, 10:18 Uhr

Naja, war schon ne gute Idee vor Monaten meine Assets von der UBS zur kantonsgeschützten ZKB zu schaufeln...

Abi11

23.08.2011, 10:36 Uhr

In dem Artikel kann etwas nicht ganz stimmen:
"Über Entlassungen und natürliche Fluktuation will das Geldhaus Angaben vom Dienstag zufolge rund 3500 Stellen abbauen."

"Bluten muss nun vor allem das Investment-Banking, das am stärksten unter dem schwierigen Finanzmarktumfeld leidet. Rund 45 Prozent der Stellen fallen in diesem Bereich weg [...]"

"Konzernweit arbeiten 65.700 Menschen für UBS, davon knapp 17.000 im Investment-Banking. "

45% von 17.000 sind meiner Ansicht nach 7.650, also über das doppelte von den geplanten 3.500

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