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14.06.2012

10:39 Uhr

Sparwelle droht

Bei Frankfurts Bankern geht die Angst um

Die Euro-Krise hinterlässt auch in diesem Jahr tiefe Spuren im Geschäft der Investmentbanken. Das Handelsgeschäft mit Anleihen und Devisen bricht ein. Die Unternehmen reagieren mit Entlassungen - wohl auch in Frankfurt.

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. dpa

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

London/Zürich/New York/FrankfurtViele Investmentbanker wird in diesen Tagen ein finsteres Gefühl des Déjà-vu beschleichen. Es ist das dritte Jahr in Folge, das hoffnungsfroh beginnt, bevor die Euro-Krise nach wenigen Monaten die Stimmung gründlich verdirbt. So gründlich, dass in den großen Finanzzentren die Angst vor der nächsten Entlassungswelle grassiert. Auch in der Deutschen Bank wächst die Angst vor einer schmerzlichen Sparrunde.

Wie 2010 und 2011 erwarten Analysten, dass die Einnahmen der Geldhäuser im laufenden und den folgenden Quartalen massiv einbrechen. Die Experten von JP Morgan rechnen für die Monate April bis Juni mit einem Minus von 25 Prozent und fürchten, dass die Banken bis Jahresende bis zu zehn Prozent ihrer Stellen streichen werden. „Das zweite Quartal war schlicht gesagt eine Katastrophe“, meint ein Londoner Investmentbanker.

Die Misere trifft auch die Deutsche Bank. Für das Investment-Banking der Frankfurter prognostiziert JP Morgan ein Einnahmeminus von mehr als einem Viertel im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresstart. Anders als andere große Investmentbanken hat der deutsche Branchenprimus aber bislang nicht im großen Stil entlassen. Während Goldman Sachs zwischen März 2011 und März 2012 rund 3000 Arbeitsplätze oder 8,5 Prozent aller Stellen gestrichen hat, fielen im Investment-Banking der Deutschen Bank im gleichen Zeitraum nur gut 500 Arbeitsplätze weg, was rund drei Prozent der Belegschaft in diesem Bereich ausmacht.

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Doch gerade die Tatsache, dass es in der Vergangenheit keine umfänglichen Entlassungen gab, sorgt derzeit für Unruhe. In Finanzkreisen heißt es, Deutsch-Banker in Spitzenpositionen befürchteten einen deutlichen Personalabbau. Es herrsche der Eindruck, dass die Bank für das aktuelle Geschäft zu viel Personal im Investment-Banking beschäftige.

Noch gebe es aber keine Pläne zum Abbau. Die beiden neuen Vorstandschefs, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, wollten offenbar nicht gleich mit Stellenstreichungen Schlagzeilen machen. Personalberater erwarten, dass die Deutsche Bank 600 bis 1000 Stellen im Investment-Banking in Europa streichen könnte. In den USA sei netto mit keinen Veränderungen zu rechnen. Und in Asien werde der Aufbau weitergehen. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern.

Kommentare (10)

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14.06.2012, 10:46 Uhr

Naja, wer`s drauf hat spekuliert eh mit eigenem Geld. Der Rest ist angestellt, und muss sich halt mit max. 250.000 € (Brutto, inkl. Bonus) im Jahr begnügen - zumindest in Deutschland.

Account gelöscht!

14.06.2012, 11:51 Uhr

Das Mitleid mit den Bankern hält sich in engen Grenzen.

Jede Entlassung ist ein erfreulicher Beitrag zur Bereinigung des Finanzwesens.

KKR

14.06.2012, 11:57 Uhr

Bei uns (Großbank FFM) in Sales (Cash Equities) kann man brutto inkl. Bonous auch auf €650k kommen. Allerdings ist die Anzahl der Personen, die das erreichen überschaubar.

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