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20.11.2015

12:39 Uhr

Spektakuläre Razzia

China holt zum Schlag gegen Schattenbanken aus

Chinas Behörden haben einen Geldschleuser-Ring ausgehoben. Das Netzwerk schaffte rund 60 Milliarden Euro ins Ausland, Hunderte Verdächtige waren beteiligt. Es ist nur eine von vielen Maßnahmen gegen Kapitalflucht.

Die Ermittler stießen auf verbotene Finanztransfers im Volumen von umgerechnet knapp 60 Milliarden Euro. dpa

China kämpft gegen Kapitalflucht

Die Ermittler stießen auf verbotene Finanztransfers im Volumen von umgerechnet knapp 60 Milliarden Euro.

PekingChina meldet einen spektakulären Schlag gegen dunkle Machenschaften im Schattenbankensektor. Dabei stießen die Ermittler auf verbotene Finanztransfers im Volumen von umgerechnet knapp 60 Milliarden Euro, wie die Zeitung „People's Daily”, das Sprachrohr der Kommunistischen Partei, am Freitag berichtete. Der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden hundert Verdächtige aus acht Banden verhaftet.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Im Zentrum der Razzia in der Küstenprovinz Zhejiang standen Betreiber von in Hongkong registrierten Briefkastenfirmen. Ihre Masche war es, über verschachtelte Wege insgesamt 410 Milliarden Yuan von chinesischen Konten außer Landes zu schleusen und in Devisen anzulegen. Insgesamt tätigten sie 1,3 Millionen illegale Transaktionen. Auch in der Nordwest-Provinz Ningxia kamen die Ermittler einem Verdächtigen auf die Schliche, dem Subventionsbetrug mit vorgetäuschten Handelstransaktionen vorgeworfen wird.

In der Grauzone jenseits des regulierten Bankensektors tummeln sich in China Versicherer, Leasingfirmen und andere Kreditgeber - darunter auch illegale. Die Führung in Peking geht seit April verschärft gegen verbotene Bankaktivitäten vor und hat dabei insbesondere Geldwäsche und gesetzeswidrige Kapitaltransfers ins Ausland ins Visier genommen. Insgesamt wurden 170 Fälle in einem Gesamtumfang von mehr als 117 Milliarden Euro ans Licht gebracht.

Analyse: Chinas endlose Börsenrettung

Analyse

Premium Chinas endlose Börsenrettung

Peking hat sich zu stark an den Börsen eingemischt. Dabei sind die Turbulenzen an den Aktienmärkten nur Nebenschauplatz. Entscheidend für deutsche Unternehmen ist ein anderer Schauplatz.

China kämpft derzeit mit einer Konjunkturabkühlung. Im Sommer kam es zu einem Börsenbeben, in dessen Folge viele verunsicherte Investoren ihr Geld aus dem Reich der Mitte abzogen. Die Behörden ergriffen deshalb verschärfte Maßnahmen gegen Kapitalflucht. Das Land muss befürchten, dass nach der erwarteten Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten noch weitere Gelder abfließen, wenn Anlagen in den USA wegen steigender Renditen attraktiver werden.

Von

rtr

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