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15.03.2006

13:51 Uhr

Spitzeninstitut präsentiert Rekordergebnis

WGZ Bank hält Fusion mit DZ wieder für möglich

VonS. Aufterbeck

Die WGZ Bank, das kleinere der beiden verbliebenen genossenschaftlichen Zentralinstitute, ist zuversichtlich, dass die Fusion mit dem Schwesterinstitut DZ Bank unter der künftigen DZ-Führungsmannschaft doch noch zu Stande kommt. „Ich bin da sehr optimistisch“, sagte der WGZ-Vorstandsvorsitzende Werner Böhnke am Dienstag in Düsseldorf.

DÜSSELDORF. Spätestens im September, wenn der Vertrag des amtierenden DZ-Chefs Ulrich Brixner ausläuft, wird dessen Vorstandskollege Wolfgang Kirsch ihn als Vorstandsvorsitzender ablösen. Mit Kirsch versteht Böhnke sich erheblich besser als mit Brixner. Nicht zuletzt wegen des zerrütteten Verhältnisses der beiden Vorstandschefs waren die bisherigen Fusionsversuche gescheitert.

Klar in Richtung der größeren Frankfurter Schwester sendete Böhnke das Signal, dass die WGZ Bank in glänzender Verfassung in Fusionsverhandlungen geht. Böhnke präsentierte das beste Jahresergebnis in der 122-jährigen Geschichte der WGZ Bank. Bei einem Zinsüberschuss von 324 Mill. Euro und einem Provisionsüberschuss von 67 Mill. Euro steigerte die Gruppe den Gewinn um knapp 38 Prozent auf 124,5 Mill. Euro. Die Eigenkapitalrendite stieg auf 17,4 Prozent (13,2 Prozent im Vorjahr). Für das laufende Jahr stellte Böhnke einen Gewinn auf demselben Niveau in Aussicht. Der Hauptversammlung empfiehlt er, zusätzlich zur Standarddividende von fünf Prozent eine Bonusdividende von zwei Prozent auszuschütten.

Mit dem guten Ergebnis im Rücken betonte Böhnke, an seinen bisherigen Vorstellungen für die Struktur eines fusionierten Zentralinstituts festzuhalten. Er will dem Institut eine Strategieholding überordnen, die zudem die anderen Verbundunternehmen wie Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V-Versicherung und die Fondsgesellschaft Union Investment kontrollieren soll. Hierdurch will die WGZ Bank ihren Einfluss und den ihrer Mitgliedsbanken im fusionierten Institut sichern.

Die WGZ ist das Zentralinstitut für die 236 Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen; alle anderen Genossenschaftsbanken werden von der DZ betreut. Die DZ lehnt das Konzept einer Strategieholding ab.

Den Zeitpunkt für neue Fusionsverhandlungen ließ Böhnke offen und kündigte lediglich an, „zu gegebener Zeit“ die Gespräche mit der neuen Führung aufzunehmen.

Allerdings erscheint es wenig wahrscheinlich, dass die Fusion noch in diesem Jahr zustande kommt. Der Vertrag von DZ-Bank-Chef Brixner läuft bis zum 18. September, und Beobachter erwarten, dass er seine Amtszeit voll ausschöpfen wird. Unter Berücksichtigung einer entsprechenden Anlaufphase rechnen Beobachter daher nicht damit, dass in den verbleibenden Monaten 2006 Verhandlungen geführt und erfolgreich beendet werden könnten.

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