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26.09.2011

23:27 Uhr

Squeeze-Out-Klage

HRE-Aktionäre müssen wohl ohne Nachschlag nach Hause

Als die Hypo Real Estate verstaatlicht wurde, bekamen die Aktionäre eine Zwangsabfindung. Mit deren Höhe wollen sie sich nicht abfinden. Nach einer Niederlage vor Gericht steht jetzt der nächste Termin an.

Die Aktionäre der HRE haben mit ihrer Klage auch in der zweiten Instanz kaum Chancen. dapd

Die Aktionäre der HRE haben mit ihrer Klage auch in der zweiten Instanz kaum Chancen.

MünchenDen früheren Aktionären der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) droht vor Gericht eine neue Schlappe. Das Oberlandesgericht München wird aller Voraussicht nach heute (Dienstag) ein Urteil fällen - und dabei die Entscheidung aus erster Instanz bestätigen.

Den ehemaligen Anteilseignern der Bank stünde damit kein Nachschlag zu. Sie wurden bei der Verstaatlichung gegen eine Zwangsabfindung, die sie als zu niedrig kritisieren, aus dem Unternehmen gedrängt.

Die Kläger hatten europarechtliche und verfassungsrechtliche Bedenken gegen den sogenannten Squeeze-Out ins Feld geführt. Sie wollen mehr Geld oder zumindest bei einer Re-Privatisierung in den nächsten Jahren begünstigt werden.

Das OLG hatte aber schon im Juni angedeutet, die Argumente der Kläger nicht zu teilen. Aus HRE-Sicht war der Schritt rechtlich sauber, verhältnismäßig und kam nicht einer Enteignung gleich.

Der frühere Dax-Konzern stand in der Finanzkrise mehrfach vor dem Aus und musste mit staatlichen Hilfen von rund 150 Milliarden Euro gestützt werden. Mittlerweile wagt das deutlich verkleinerte Institut unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank einen Neustart.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Mazi

27.09.2011, 00:02 Uhr

Weshalb wurde eigentlich die HRE verstaatlicht und die Commerzbank mit 18 Mrd. Steuergeldern gestützt?

Ich verstehe auch noch nicht die Verschieberei der Dresdner Bank. Sie wurde zuerst mit viel Show im Markt durchgereicht, zur Allianz übertragen, ... und dann der Commerzbank "untergeschoben", um die Commerzbank dann anschließend so fürstlich mit Steuergeld wieder fit zu machen.

War da wirklich ein "x" tatsächlich ein "u"?

adel-ar

27.09.2011, 08:38 Uhr

Antwort: die Commerzbank war nicht ganz so marode. Wenn ich mich recht erinnere hatte sogar der Dresdener Bank-Anteil den größten Anteil an der Schieflage.

Das ist also völlig in Ordnung gewesen.

Allerdings unterstütze ich, dass Banken, die ohne staatliche Hilfe pleitegehen würden, entschädigungslos an den Staat gehen. Es ist ein Unding, dass Banken, die (too big to fail) unseren Staat mit sich reißen würden, uns alle in Geiselhaft nehmen können, damit sie noch für sich bessere Konditionen heraushandeln können.

Mazi

29.09.2011, 11:45 Uhr

Und jetzt müssen Sie auch noch bedenken, dass 80 % des Transaktionsvolumens nichts, absolut nichts mit dem kommerziellen Bankgeschäft zu tun haben.

Um noch einmal auf die Comba zurückzukommen. Der Staat hat 18 Mrd. Euro als Kredit hineingepumpt. Wäre mit gleicher Latte wie bei der HRE gemessen worden, hätte auch hier die Verstaatlichung angestanden.

Ich weiß, Sie werden jetzt die Frage aufwerfen, ob das für die Aktionäre nicht günstiger gewesen wäre. Recht hätten Sie. Aber hier geht es um die Ungleichbehandlung. Und die ist mit dem Urteil besiegelt.

Vielleicht wäre es bei der Urteilsverkündung besser gewesen das Urteil nicht "Im Namen des Volkes" einzuleiten. Um es mit dem Papst auszudrücken: "Gerechtigkeit ist nicht die Befolgung der Gesetze. Was wären die Widerstandskämpfer im Dritten Reich dann gewesen?"

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