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20.08.2014

13:05 Uhr

Staatsanteile

Bund will Commerzbank länger treu bleiben

Der Staat will seine Beteiligung an der Commerzbank noch nicht aufgeben. Man glaubt offenbar an eine bessere Lage in ein paar Jahren. Denn bis jetzt hätte der Bund ein schlechtes Geschäft gemacht.

Der Hauptsitz der Commerzbank in Frankfurt: Der Bund will noch den Konzernumbau abwarten, bis er aus er Bank aussteigt. dpa

Der Hauptsitz der Commerzbank in Frankfurt: Der Bund will noch den Konzernumbau abwarten, bis er aus er Bank aussteigt.

FrankfurtDie Bundesregierung denkt frühestens in zwei Jahren an einen Verkauf ihrer Commerzbank -Beteiligung. „Wenn wir jetzt aussteigen würden, hieße das ja, dass wir nicht an die Pläne des Managements glauben“, sagte Finanz-Staatssekretär Thomas Steffen dem „Manager Magazin“ laut einem Vorabbericht vom Mittwoch. „Außerdem würden wir Geld verlieren.“ Commerzbank-Chef Martin Blessing will das zweitgrößte deutsche Geldhaus bis 2016 umbauen: Altlasten sollen abgebaut und das Privatkunden-Geschäft profitabler gemacht werden. „Jetzt geht es darum, den Plan konsequent umzusetzen. Die Märkte wollen Ergebnisse sehen. Deshalb muss man dem Vorstand Zeit geben, damit er die auch erreichen kann“, sagte Steffen. „Wir sind kein Eigentümer auf Dauer. Aber ich sehe auch keinen Grund, ausgerechnet jetzt auszusteigen.“

Der Bund hatte die Commerzbank in der Finanzkrise mit mehr als 18 Milliarden Euro gestützt. Heute hält er noch 17 Prozent an der Bank. Die Commerzbank-Aktie kostet derzeit weniger als elf Euro. Um den Einstandspreis des Bundes wieder zu erreichen, müsste sie auf knapp 26 Euro steigen. Aber schon bei einem Preis von rund 18 Euro käme der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin laut Finanzkreisen ohne weitere Verluste davon.

Steffen bestätigte, dass der Bund immer wieder mal „Gesprächsanfragen“ zur Commerzbank bekomme. Man führe aber keine „Geheimgespräche an der Autoraststätte“, um seinen Anteil loszuwerden. Er hoffe, dass der Kurs bei einem erfolgreichen Umbau deutlich steigt: „Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass der Kurs 2016 höher sein wird als jetzt“, sagte der Staatssekretär. „Unser Interesse ist, Verluste für den Steuerzahler möglichst zu vermeiden. Deshalb führen wir auch keine Geheimgespräche an der Autoraststätte, um unseren Anteil loszuwerden.“ Der ehemalige Koalitionspartner FDP - und zuletzt auch die Monopolkommission - hatten aus ordnungspolitischen Gründen darauf gedrängt, die Beteiligung an der Commerzbank rasch zu verkaufen.

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Grundsätzlich schließt der Staatssekretär auch einen Verkauf an eine ausländische Bank nicht aus. Deutschland glaube an einen europäischen Markt, auch wenn er nicht ausreichend entwickelt sei. „Wir können nicht bei jeder Gelegenheit den Binnenmarkt propagieren und uns dann auf nationale Champions fokussieren“, sagte Steffen. Die als mögliche Commerzbank-Käufer gehandelten Großbanken wie BNP Paribas, Santander oder UniCredit haben ein Interesse bisher verneint. Darin, dass der Bund nur ein 17-Prozent-Paket zu verkaufen habe, sieht Steffen keinen Hinderungsgrund für einen Verkauf: „Das kommt auf den möglichen Interessenten an. Er könnte helfen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und Synergien zu heben.“

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

20.08.2014, 12:46 Uhr

Warum auch Geheimabsprachen????.....
sind doch bloß Steuergelder!

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