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24.05.2016

15:36 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt

Geldwäscheskandal bei Schweizer Bank BSI

VonFrederic Spohr

Nach ihrer 140-jährigen Geschichte steht die Privatbank BSI vor dem Ende. Das Institut muss aufgelöst werden, die Schweizer Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen Geldwäsche gegen sie eingeleitet.

Die Schweizer Finanzaufsicht zieht wegen der Verletzung von Geldwäschebestimmungen 95 Millionen Euro ein. dpa

BSI-Logo in Lugano

Die Schweizer Finanzaufsicht zieht wegen der Verletzung von Geldwäschebestimmungen 95 Millionen Euro ein.

BangkokIn ihrem Jahresbericht hat die Schweizer Bank BSI noch ihre verbesserte „Risiko- und Compliancekultur“ gelobt. Das war wohl zu wenig: Wegen ihre Geschäfte mit dem malaysischen Skandalfonds 1MDB steht die Tessiner Privatbank nach ihrer 140-jährigen Geschichte vor dem Ende. Die Bank muss nach der geplanten Übernahme durch die Vermögensverwaltung EFA International aufgelöst werden, teilte die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) am Dienstag mit.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat zudem ein Strafverfahren wegen Geldwäsche und Bestechung gegen sie eingeleitet. Singapurs Finanzaufsicht hat angekündigt, die Zweigstelle der Bank in dem Stadtstaat zu schließen — ebenfalls wegen grober Verstöße gegen Geldwäschegesetze

Die Schweizer Aufseher werfen der Bank vor, über Jahre hinweg bei Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich trotz Ungereimtheiten die Hintergründe nicht abgeklärt zu haben. Bei ihren Geschäften rund um 1MDB seien auch andere Staatsfonds beteiligt gewesen. „Es handelte sich um die größte und profitabelste Kundengruppe der BSI“, teilte die Finma mit.

Die Gebühren für die Bank waren dabei „überdurchschnittlich hoch und nicht marktüblich“. In einem Fall waren die BSI-Banker laut Finma damit zufrieden, dass ein Zufluss in Höhe von 20 Millionen US-Dollar als „Geschenk“ deklariert wurde. Das Topmanagement habe trotz Verdachtsmomente auf eine Weiterführung der lukrativen Geschäfte gedrängt. BSI-Chef Stefano Coduri ist noch am Dienstag zurückgetreten.

Weltweit sind die Geschäfte Staatsfonds 1MDB im Visier von Ermittlern. Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat Anhaltspunkte für eine Veruntreuung von rund vier Milliarden Dollar. Der Fonds sollte die malaysische Wirtschaft unterstützen.

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