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04.04.2006

17:15 Uhr

Staatsfinanzierer

Interesse an Depfa steigt

VonRolf Benders und Holger Alich

Der Staatsfinanzierer Depfa verzeichnet zunehmende Kaufanfragen von Konkurrenten – und will nicht um jeden Preis eigenständig bleiben.

FRANKFURT/PARIS. Depfa-Vorstandschef Gerhard Bruckermann sagte dem Handelsblatt: „Die Frequenz und die Ernsthaftigkeit der Anfragen wegen einer Fusion oder einer Übernahme nehmen zu.“ Das Management befinde sich jedoch derzeit nicht in Verhandlungen, und die Bank wolle auch eigenständig bleiben. „Aber ab einer bestimmten Preisofferte kann man die berechtigten Interessen der Aktionäre nicht ignorieren. Dann muss man überlegen, ob man Fusionsverhandlungen nicht zustimmt“, bekräftigte der 57-jährige Depfa-Chef. Konkretere Angaben machte er nicht.

Die Depfa ist vor allem in der Haushaltsfinanzierung von Staaten, Ländern und Kommunen tätig. Das ist ein Geschäft mit extrem geringen Margen. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen am Aktienmarkt gegeben, die Depfa könne entweder vom belgisch-französischen Konkurrenten Dexia oder von einer großen Investmentbank übernommen werden.

Eine Dexia-Sprecherin sagte lediglich: „Solche Gerüchte kommentieren wir nie.“ Seit Anfang des Jahres hat der Kommunalfinanzierer Axel Miller als neuen Chef. Dieser will Ende Mai seine neue Strategie vorstellen. In einem Brief an die Mitarbeiter erklärte er bereits, dass Dexia sehr wohl in der Lage sein müsse, Fusionen oder Joint Ventures zu realisieren. Bei Übernahmen denkt Miller aber vor allem an Länder wie Rumänien.

Seit Mitte Februar legte die „wahrscheinlich billigste Bankenaktie Europas“, so Analysten über Depfa, um fast zwölf Prozent zu. Die Bank mit deutschen Wurzeln und mit Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin ist im Frankfurter MDax, dem Kursbarometer für mittelgroße Aktien, vertreten. Verlegte sie ihren Sitz wieder nach Deutschland, rückte sie sofort in den Deutschen Aktienindex auf.

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