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03.04.2014

20:12 Uhr

Staatshilfe in Raten

750 Millionen Euro reichen der Hypo nicht

Bei der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch soll die staatliche Geldspritze in Höhe von 750 Millionen Euro für die Hypo Alpe Adria durchgewunken werden. Doch bis Herbst hat die Krisenbank noch weiteren Kapitalbedarf.

Logo der Hypo Alpe Adria: Einem Bericht zufolge möchte der bosnische Milliardär Ivan Zilic die Krisenbank kaufen. Reuters

Logo der Hypo Alpe Adria: Einem Bericht zufolge möchte der bosnische Milliardär Ivan Zilic die Krisenbank kaufen.

WienDie österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria bekommt die bis Herbst benötigte Staatshilfe von 1,43 Milliarden Euro in Raten. Zunächst solle eine für kommenden Mittwoch geplante Hauptversammlung einer erste Geldspritze über 750 Millionen Euro absegnen, teilte das Institut am Donnerstagabend mit. Damit könne die ehemalige BayernLB -Tochter eine Lücke in ihrer Bilanz für 2013 schließen und sich über die ersten Monate des laufenden Jahres retten. Aber in wenigen Monaten ist das Institut wohl auf weitere staatliche Unterstützung angewiesen: Denn Ende März hatte die Hypo erklärt, sie benötige bis zum Start der geplanten Bad Bank im Herbst 1,43 Milliarden Euro.

Das österreichische Finanzministerium erklärte, die Hypo habe am Donnerstag über einen kurzfristigen Kapitalbedarf informiert. Die 750 Millionen Euro seien Teil der bereits bekannten Maximalsumme von 1,4 Milliarden Euro.

Bislang hat die Bank bereits 4,8 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten. Die zusätzlichen Hilfen sind schon von den EU-Wettbewerbshütern im Voraus genehmigt worden. Sie haben bis Ende 2017 grünes Licht für weitere 3,6 Milliarden Euro gegeben. Erhält die Hypo die bis Herbst benötigten Hilfen, darf sie darüber hinaus für ihren Abbau nur mehr 2,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Staatsgeldern in Anspruch nehmen.

Der Niedergang der Hypo Alpe Adria

vor 2006

Im Jahr 1894 gründete das österreichische Bundesland Kärnten die Bank als Landeshypothekenanstalt. Das Institut gehörte dem Land und ist vor allem in der Region aktiv.
1991 beginnt die Bank ihre Expansion in Südosteuropa mit ersten Aktivitäten in Slowenien. Finanziert wird der Ausbau mit günstigem Geld vom Kapitalmarkt, an das die Bank kommt, weil der Mehrheitseigentümer Kärnten als Ausfallbürge komplett für das Institut haftet.
Erst per April 2007 schiebt die EU den ausufernden Garantien des Landes einen Riegel vor. Die letzten verbliebenen Garantien für die Bank laufen 2017 aus.

2006 bis 2008

Ende 2006 erreichen die Garantien des Landes Kärnten für die in Hypo Alpe Adria umbenannte Bank mit 24,7 Milliarden Euro ihren Höchststand. 2007 übernimmt die BayernLB für 1,625 Milliarden Euro einen Anteil von 50 Prozent plus einer Aktie an der Bank. Der Anteil des Landes sinkt auf 20 Prozent. Später steigt die Beteiligung der BayernLB auf 67,08 Prozent.
2008 rutscht die Hypo in die roten Zahlen und schreibt 520 Millionen Euro Verlust. Daraufhin pumpt die Republik Österreich 900 Millionen Euro in die Bank, 700 Millionen Euro kommen von der BayernLB. Bis Ende 2008 steigt die Bilanzsumme der Hypo angesichts der fortgesetzten Expansion auf 43,3 Milliarden Euro. Im Mai 2009 startet die EU wegen staatlicher Rettungsgelder ein Beihilfeverfahren gegen die BayernLB und ihre Tochter Hypo.

2009

Die Hypo verbucht einen Jahresverlust von knapp 1,6 Milliarden Euro und braucht weiteres Kapital. Weil der Mehrheitseigentümer BayernLB nicht mehr in die Bresche springen will, wird das Institut Mitte Dezember 2009 in einer Notaktion verstaatlicht: Die bisherigen Eigentümer geben ihre Anteile für den symbolischen Preis von einen Euro an Österreich ab. Im Gegenzug lassen sie insgesamt rund eine Milliarde Euro an Kapital in der Bank: 825 Millionen Euro kommen von der BayernLB, 200 Millionen Euro vom Land Kärnten und 30 Millionen Euro von der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo werden neu besetzt. Die EU gibt vorläufig grünes Licht für die Rettung der Bank und weitet ihre Untersuchung auf alle bisher geflossenen Hilfen aus.

2010

Der Jahresverlust verringert sich auf gut eine Milliarde Euro. Die Hypo benötigt jedoch noch mehr Geld und erhält 450 Millionen Euro Staatshilfen und 200 Millionen Euro Garantien von Österreich. Weitere 150 Millionen Euro kommen vom Land Kärnten. In Bayern beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss mit der umstrittenen Hypo-Übernahme.

2011

Die Hypo wandelt das 2010 erhaltene Partizipationskapital von 450 Millionen Euro in Grundkapital um. Das Institut schreibt einen Gewinn von 60 Millionen Euro.

2013

Die Hypo erhält eine weitere staatliche Kapitalspritze über 500 Millionen Euro und Garantien für eine milliardenschwere Anleihe. Mit dem Geld stärkt die Bank ihre dünne Kapitaldecke, um die Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen.

2013

Die EU gibt nach zähen Verhandlungen grünes Licht für die bereits geflossenen Staatshilfen und neue Geldspritzen von bis zu 5,4 Milliarden Euro bis Ende 2017. Im Gegenzug muss die Hypo ihr Österreich- und das Südosteuropageschäft verkaufen und die übrigen Teile der Bank abwickeln. Ein Teil der bis 2017 genehmigten Staatshilfen - 1,75 Milliarden Euro - fließen bis zum Jahresende, um die Bank angesichts weiterer Abschreibungen in Osteuropa über Wasser zu halten.

2014

Die österreichische Regierung stellt sich auf eine weitere Geldspritze von einer Milliarde Euro für die Hypo ein. Um den von der EU verlangten Abbau der Bank voranzutreiben und die künftigen Geldspritzen so gering wie möglich zu halten, prüft die Regierung eine staatliche „Bad Bank“ nach deutschem Vorbild. Alternativ steht auch eine Insolvenz zur Debatte. Das Finanzministerium will bis Ende März entscheiden.

Ob das ausreicht, ist offen. Denn im Zuge der Gründung der Bad Bank könnten weitere Verluste auf das Institut zukommen – etwa durch mögliche Abschreibungen. Zudem muss wohl der Staat erneut einspringen, falls sich die Abbaubank anders als geplant nicht selbstständig am Kapitalmarkt refinanzieren kann. Sie besitzt anders als ihre deutschen Pendants keine unbegrenzte Staatsgarantie und könnte damit nach Einschätzung von Experten Probleme haben, Investoren zu überzeugen.

Die Zeitung „Österreich“ berichtete am Donnerstag vorab, der bosnische Milliardär Ivan Zilic sei bereit, die Hypo zu kaufen – sofern er vom österreichischen Staat dafür drei Milliarden Euro erhalte. Er wolle dafür auch alle Schulden der Bank übernehmen. Das Finanzministerium wolle das Angebot prüfen, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Zilic war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.04.2014, 20:50 Uhr

"durchgewunken werden."

Wie ist hier die Konjugation: winken-wank-gewunken?

Ich denke bei Profis darf man schon mal einen Rechtschreibflame absetzen bei solchen Peinlichkeiten.

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