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07.07.2011

19:55 Uhr

Staatsschulden

Das Entlassungsgespenst geht an der Wall Street um

Die Finanzkrise sitzt vielen Wall-Street-Bankern noch in den Knochen, da ziehen Wolken auf. Die überbordenden Staatsschulden in Europa und den USA lasten auf der Branche. Die ersten Banker müssen ihre Sachen packen.

Für einige Banker sieht es jetzt schlecht aus: Barclays Capital soll bereits im Juni 100 Leute rausgeworfen haben, die Bank of America will angeblich 60 Investmentbanker noch in diesem Monat loswerden. Die Banken selbst halten sich zu ihren Plänen bedeckt. Quelle: dapd

Für einige Banker sieht es jetzt schlecht aus: Barclays Capital soll bereits im Juni 100 Leute rausgeworfen haben, die Bank of America will angeblich 60 Investmentbanker noch in diesem Monat loswerden. Die Banken selbst halten sich zu ihren Plänen bedeckt.

New YorkDie fetten Jahre an der Wall Street scheinen schon wieder vorbei: Nachdem die Banker schon kurz nach der Finanzkrise wieder gutes Geld verdient haben, müssen sie sich jetzt Existenzsorgen machen. Denn der einträgliche Handel mit Aktien und Anleihen lahmt. Die Investoren halten derzeit ihr Geld zusammen statt es anzulegen. Sie fürchten die Auswirkungen der Schuldenkrise in Griechenland und die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA. Den Bankern geht die Arbeit aus.

Eigentlich herrscht in den Handelssälen an der Wall Street Hochbetrieb. Im Sekundentakt werden hier Finanztransaktionen abgewickelt. Doch im zweiten Quartal ist es merklich ruhiger geworden, wie Citigroup-Analyst Keith Horowitz jüngst in einer Studie festgestellt hat. Der Aktienhandel sei gegenüber dem ersten Quartal um 15 Prozent zurückgegangen, schrieb er, der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren sogar um 30 Prozent. Zu dieser Gattung gehören die früher als so sicher eingestuften Staatsanleihen. Doch sicher scheint derzeit nichts mehr.

Die Banken verdienen am Wertpapier-Handel über Gebühren - und das Geld fehlt ihnen nun in der Kasse. Schrumpfende Gewinne sind die Folge. Die einfache und seit Jahrzehnten an der Wall Street praktizierte Lösung des Problems lautet: Leute feuern. Die Investmentbank Goldman Sachs kündigte in einem Schreiben an den Bundesstaat New York bereits an, ab September 230 Mitarbeiter zu entlassen. Eines der führenden Häuser am Platze führte kurz und knapp „wirtschaftliche“ Gründe an.

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Rivale Barclays Capital bereits im Juni 100 Leute rausgeworfen, die Bank of America will demnach 60 Investmentbanker noch in diesem Monat loswerden. Die Banken selbst halten sich zu ihren Plänen bedeckt. Niemand lässt sich gerne in die Karten schauen. Aus der Branche heißt es aber, die Gewinne im zweiten Quartal würden „überschaubar“ ausfallen - ein schlechtes Omen für die Mitarbeiter. Nun geht die Angst vor der großen Entlassungswelle um.

Kommentare (13)

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digger

07.07.2011, 21:29 Uhr

es hat sich in der industrie zu viel fett angesammelt . die bisherigen stellenkürzungen können ja hoffentlich nur ein anfang sein. kurzfristig müssten mindestens nochmal 20 % runter.

Account gelöscht!

07.07.2011, 21:42 Uhr

ja und, wo ist das problem??? dann sollen sie sich doch selbständig machen und mit eigenem geld und eigenem risiko arbeiten.
hab ich schließlich ja auch so gemacht. ist eh besser sein gehalt selbst zu bestimmen, als eine abhängige wurst zu sein. und das startkapital dafür hat jeder der in dieser branche mind. 5 jahre erfolgreich gearbeitet hat.

Tory

07.07.2011, 21:43 Uhr

Nennen wir doch die Verantwortlichen - Dodd Frank (Act).

Wir befinden uns derzeit in einer Zeit der Ueberregulierung. Die USA und UK werden, wenn der Schaden spürbar wird, die Regulierung zurückfahren um das Wachstum wieder zu stimulieren. Ein guter Zeitpunkt wäre es dies mit der Anhebung der Leitzinsen zu koppeln.

In Deutschland wird die teure Ueber- Regulierung und Kontrolle als positiv empfunden und daher daran festgehalten. Eine Fehlentscheidung deutscher Bürokraten.

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