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21.11.2011

12:42 Uhr

Standard Chartered

Britische Institute zeigen Euro-Banken kalte Schulter

Nicht nur die britische Regierung geht auf Distanz zu Europa. Auch die Großbanken von der Insel zeigen den hiesigen Instituten die kalte Schulter. So fährt Standard Chartered ihre Geschäfte auf dem Kontinent zurück.

Die Skyline von London: Britische Banken meiden Europa. dpa

Die Skyline von London: Britische Banken meiden Europa.

LondonAls erste Großbank hat die britische Standard Chartered angekündigt, ihre Kreditbeziehungen zu Instituten in der Euro-Zone zu überdenken. „Wir haben uns das mal angeschaut und festgestellt, dass wir nicht mehr so stark vertreten sein müssen wie in der Vergangenheit“, zitierte die „Financial Times“ am Montag den Asien-Chef der Bank, Jaspal Bindra. „Das beträfe mehr als nur ein oder zwei Banken. Es ist angemessen zu sagen, dass wir insgesamt unser Engagement bei europäischen Banken reduziert haben.“

Welchen Banken Italien Geld schuldet

Commerzbank

11,7 Milliarden Euro

Die Summe wie auch die folgenden sind Bruttoforderungen gegenüber der öffentlichen Hand. Die Daten stammen aus dem Stresstest des Europäischen Banken-Vereinigung (EBA). Stand: 31. Dezember 2010.

Deutsche Bank

7,7 Milliarden Euro (mit Postbank, keine Aufgliederung)

HRE-Konzern

7,1 Milliarden Euro

DZ Bank

2,7 Milliarden Euro

NordLB

1,9 Milliarden Euro

LBBW

1,4 Milliarden Euro

WGZ Bank

1,4 Milliarden Euro

West LB

1,1 Milliarden Euro

HSH Nordbank

700 Millionen Euro

BayernLB

485 Millionen Euro

LBB

300 Millionen Euro

Dekabank

300 Millionen Euro

Intesa Sanpaolo

Ungleich größer ist das Engagement bei den italienischen Banken. Intesa Sanpoalo hält gegenüber der öffentlichen Hand Brottuforderungen über 60 Milliarden Euro.

Unicredit

49,1 Milliarden Euro

Banca Monte del Paschi di Siera

32,5 Milliarden Euro

BNP Paribas

Viertgrößter Gläubiger ist eine französische Bank: Die BNP Paribas ist mit 28 Milliarden Euro in Italien engagiert.

Dexia

Die sich in Auflösung befindende Bank Dexia hält 15,8 Milliarden Euro.

Banco Populare

11,8 Milliarden Euro

Crédit Agricole

10,8 Milliarden Euro

Ubi Banca

10,5 Milliarden Euro

HSBC

9,9 Milliarden Euro

Barclays

9,4 Milliarden Euro

Societe Generale

8,8 Milliarden Euro

ING Bank

7,7 Milliarden Euro

Royal Bank of Scotland

7,0 Milliarden Euro

Wegen der Euro-Schuldenkrise leihen sich die Banken derzeit untereinander kaum mehr Geld, weil sie sich angesichts drohender Abschreibungen auf Staatsanleihen gegenseitig misstrauen. Sie parken ihr überschüssiges Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank - trotz niedriger Zinsen.

Standard Chartered kappt laut Bindra zwar keine bestehenden Kreditverbindungen, überdenkt aber eine Verlängerung des Engagements bei Fälligkeit. Dabei hat die Bank dem Bericht zufolge vor allem die Geldhäuser im Visier, die möglicherweise Kapitalbedarf haben.

Im Gegenzug würden chinesische Banken als Geschäftspartner interessanter. „Wir haben unser Engagement bei einigen der staatseigenen chinesischen Banken erhöht, weil das ja quasi-staatliche Anlagen sind und keine privaten Investments“, zitierte die Bank den Manager. Das Institut selbst war zunächst nicht erreichbar.

Kommentare (17)

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Petra

21.11.2011, 13:16 Uhr

Man kann über die Briten sagen was man will, aber sie sind in dieser Hinsicht einfach cleverer als die Deutschen...

Account gelöscht!

21.11.2011, 13:50 Uhr

Naja cleverer würde ich nicht sagen, wenn die Amis abtauchen ziehen sie die Briten hinterher. Allerdings haben die mehr Probleme im eigenen Land, da die britische Jugend auch schon den Aufstand probt.

TransatlantischePolitik

21.11.2011, 13:51 Uhr

Ich finde das ist nicht so clever. Die Engländer reagieren offensichtlich auf einen Effekt, der schon lange anhält, nämlich der seit über 10 Jahren andauenden Entwertung des GB-Pfund.

Ich sehe in dem Rückzug von GB aus dem Euro eher eine negative Isolation dieses Landes.

Sicher wird man heute nicht sagen können, wie die ganze Sache mit der Krise für die einzelnen Länder ausgeht.

Aber die USA und die EURO-Länder haben die weitaus größeren währungspolitishcen Möglichkeiten. Wir müssen uns nur mit den USA verständigen, dass wir die Währungen ungefähr in der Waage halten, dann haben wir trotz Abwertung eine funktionierende transatlantische Wirtschaftseinheit.

In der Tat aber müssten die USA aber dafür sorgen, dass sie ihre Ausfuhren nach Europa erhöhen und da würde ich mal an Stelle der USA darüber nachdenken, ob man nicht doch bald soweit ist und zunehmend die Produktion von China wieder nach USA verlagert. Das müsste sich zunehmend rechnen.

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