Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.08.2012

20:59 Uhr

Standard Chartered

Dreistelliger Millionenbetrag für Einigung im Geldwäsche-Skandal

Die New Yorker Banklizenz war wegen des Vorwurfs der Geldwäsche iranischen Vermögens in Gefahr. Daher zahlt die britische Großbank Standard Chartered 340 Millionen Dollar Strafe. Die Kuh ist damit noch nicht vom Eis.

Eine Treppe an einem Standard Chartered-Gebäude in Hong Kong. Reuters

Eine Treppe an einem Standard Chartered-Gebäude in Hong Kong.

New YorkDie britsche Großbank Standard Chartered darf ihre Lizenz für den New Yorker Finanzplatz behalten: Im Streit um mutmaßlich illegale Iran-Geschäfte haben sich das Institut und die New Yorker Finanzaufsicht DFS auf einen Vergleich geeinigt. Dieser sieht eine Zahlung von 340 Millionen Dollar vor, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Zudem werde die Bank für mindestens zwei Jahre ein gesondertes Überwachungssystem für Geldwäscherisiken einführen.

Ob andere US-Behörden dem Vergleich beitreten werden, ist noch unklar. Weitere Ermittlungsverfahren sind noch etwa bei der US-Notenbank, dem New Yorker Generalstaatsanwalt und dem Justizministerium anhängig.

Mit der Einigung werde die für Mittwoch geplante Anhörung des Geldhauses verschoben, teilte die DFS weiter mit. Bei der Vorladung sollte über die gefährdete Standard Chartered-Bankenlizenz in den USA entschieden werden. Der Chef der neu gegründeten Aufsichtsbehörde, Benjamin Lawsky, wirft dem Institut vor, wie eine „Schurkenbank“ fast zehn Jahre lang trotz Sanktionen Geschäfte mit dem Iran abgewickelt zu haben. Die Rede ist von einem Gesamtvolumen von über 250 Milliarden Dollar. Die Bank selbst sprach lediglich von zweifelhaften Geschäften in Höhe von 14 Millionen Dollar, die interne Untersuchungen ans Licht gebracht hätten.

Britische Großbank: Standard Chartered in Iran-Geschäfte verwickelt

Britische Großbank

Standard Chartered in Iran-Geschäfte verwickelt

Ein Ableger von Standard Chartered ist ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht geraten.

Die Vorwürfe mitsamt kompromittierender E-Mails waren am 6. August veröffentlicht worden. Die Aktie stürzte danach um ein Viertel ab, binnen weniger Stunden verlor das Institut 17 Milliarden Dollar an Börsenwert. Ein Verlust der US-Lizenz wäre ein Desaster gewesen, denn damit hätte das Institut keinen direkten Zugang mehr zum wichtigen amerikanischen Finanzmarkt gehabt.

Das sind die größten Banken der Welt

Platz 10

Die Commonwealth Bank of Australia eröffnet die Top Ten der größten Banken der Welt nach Marktkapitalisierung. Das Institut mit Sitz in Sydney verfügt über einen Börsenwert von 81 Milliarden Euro.

Stand: 08. Januar 2013, Quelle: Thomson Reuters

Platz 9

Die Citigroup ist die neuntgrößte Bank der Welt. Die US-Großbank hat einen Börsenwert von 96 Milliarden Euro.

Platz 8

Mit knappen Vorsprung belegt die Bank of America Rang acht im Ranking. Das US-Institut verfügt über eine Marktkapitalisierung von 101 Milliarden Euro.

Platz 7

Die Agricultural Bank of China kommt auf Platz sieben. 114 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 6

Auch der sechste Rang geht an ein Institut aus dem Reich der Mitte – die Bank of China. 125 Milliarden Euro ist das Geldhaus an den Börsen wert.

Platz 5

JP Morgan Chase eröffnet die Top Fünf. 132 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 4

Die US-Großbank Wells Fargo scheitert knapp am Treppchen des Rankings. Der Börsenwert beträgt 140 Milliarden Euro. Nur drei Banken sind mehr wert.

Platz 3

Die HSBC kann sich über den Bronzerang freuen. Der Börsenwert des Instituts beträgt 151 Milliarden Euro.

Platz 2

Die China Construction Bank kommt auf Platz zwei mit einer Marktkapitalisierung von 195 Milliarden Euro. An den Spitzenreiter kommt das Institut damit aber noch lange nicht heran.

Platz 1

Die Industrial and Commercial Bank of China hat einen gigantischen Börsenwert von 227 Milliarden Euro. Die Bank ist die größte der Volksrepublik, auch wenn man die Bilanzsumme heranzieht.

Über diesen Markt wickelt das Geldhaus, das zu den größten Handelsfinanzierern in Asien, Afrika und dem Nahen Osten gehört, derzeit täglich rund 190 Milliarden Dollar für seine Klienten ab. Die Analysten von Sanford C. Bernstein hatten befürchtet, dass ein Verlust der New Yorker Lizenz Standard Chartered im Extremfall 30 bis 40 Prozent seiner Gewinne kosten könnte.

In den vergangenen Tagen hatte es intensive Verhandlungen zwischen Standard Chartered und DFS gegeben, um die Katastrophe noch abzuwenden. Bankchef Peter Sands Peter Sands hatte sich Anfang der Woche auf den Weg nach New York gemacht, um dort in letzter Sekunde einen möglicherweise folgenschweren Konflikt mit den US-Behörden zu entschärfen.

Gleichzeitig hatte sich die Politk eingeschaltet: Der britische Notenbank-Chef Mervyn King warf Behördenchef Lawsky vor, dass er mit seiner Attacke alleine vorgeprescht sei, obwohl die Untersuchungen anderer US-Behörden noch liefen. Der britische Finanzminister George Osborne telefonierte mehrfach mit seinem amerikanischen Amtskollegen Timothy Geithner, um sicherzustellen, dass Standard Chartered fair behandelt werde. In der Londoner City fürchten viele, dass Lawsky den Fall nutzt, um sich und seine junge Behörde zu profilieren.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.08.2012, 22:58 Uhr

" Die Kuh ist damit noch nicht vom Eis "

Sie sind dort in der Germanistik. Haben Sie keine bessere Zusammensetzung?!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×