Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.05.2017

12:14 Uhr

Standard Chartered

Großbank stärkt wegen Brexit Standort Frankfurt

Das Brexit-Votum der Briten zwingt Banken, sich eine Alternative zu London zu suchen. Standard Chartered baut deshalb nun seinen Standort in Frankfurt aus. Das Ausmaß des Umbaus hängt von der Härte des Brexit ab.

Der Brexit zwingt viele Institute, sich eine Alternative zu London zu suchen. Sollten viele Banker aus London nach Frankfurt kommen, könnten die Kindergarten- und Schulplätze zum Problem werden. AFP; Files; Francois Guillot

Standard Chartered

Der Brexit zwingt viele Institute, sich eine Alternative zu London zu suchen. Sollten viele Banker aus London nach Frankfurt kommen, könnten die Kindergarten- und Schulplätze zum Problem werden.

Frankfurt/MainDie britische Großbank Standard Chartered stellt als eines der ersten Institute wegen des Brexits die Weichen zur Stärkung ihres Frankfurter Standorts. „Wir werden jetzt die notwendige Infrastruktur etablieren, um auf dieser Grundlage eine Banklizenz in Deutschland zu beantragen“, sagte Deutschland-Chef Heinz Hilger den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. „Unser Zeitplan ist, bis spätestens Ende 2018 die operativen Themen stehen zu haben.“

Die Entscheidung der Briten zum EU-Austritt (Brexit) zwingt viele Institute, sich eine Alternative zu London zu suchen. Standard Chartered hatte vergangene Woche angekündigt, Frankfurt statt Dublin zur Europa-Zentrale auszubauen. „In Deutschland haben wir ohnehin schon die größte Präsenz in Europa nach der Zentrale in London“, erklärte Hilger. „Das hängt damit zusammen, dass wir aus Deutschland heraus das sogenannte Euro-Clearing betreiben. Das macht den Standort größer und komplexer und damit besser geeignet für weitere Aufgaben.“

Goldman Sachs: Blankfein sieht Standort London stark gefährdet

Goldman Sachs

Blankfein sieht Standort London stark gefährdet

In zwei Jahren wird Großbritannien offiziell aus der EU austreten – das wird für London Folgen haben. Der Finanzplatz werde auf der Stelle treten oder sogar schrumpfen, prophezeit Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein.

Wie stark der Standort Frankfurt mit aktuell etwa 100 Mitarbeitern aufgestockt werde, hänge davon ab, wie hart der Brexit werde. „Wir reden in einem ersten Schritt von einer sehr überschaubaren Zahl von Mitarbeitern, die nach Frankfurt kommen werden, vielleicht 20. Wie viele Leute es letztlich betreffen wird, kann derzeit niemand seriös sagen.“ Gespräche mit Mitarbeitern habe es dazu noch nicht gegeben.

Frankfurt habe aus seiner Sicht viele Pluspunkte: „Die Nähe zu den Regulierungsbehörden spricht für Frankfurt. Die Internationalität, der Flughafen – das hilft dabei, Leute hierher zu holen“, resümierte Hilger. „Wenn viele Banker aus London kommen, könnte jedoch das knappe Angebot an Kindergarten- und Schulplätzen in Frankfurt zum Problem werden.“ An Büroflächen indes mangele es nach seiner Ansicht an Deutschlands führendem Finanzplatz nicht – „auch wenn der eine oder andere Makler das gerne ein bisschen anders kolportiert“.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×