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26.02.2015

15:47 Uhr

Standard Chartered

Neuer Chef soll Abwärtstrend stoppen

Nach enttäuschenden Geschäften und Verstößen gegen die Iran-Sanktionen will Standard Chartered mit einem neuen Chef zu alter Stärke zurückfinden. Nach acht Jahren an der Spitze tritt Peter Sands im Juni ab.

Der Banker räumt den Chefposten bei Standard Chartered im Juni. AFP

Peter Sands tritt ab

Der Banker räumt den Chefposten bei Standard Chartered im Juni.

LondonDie britische Großbank Standard Chartered will mit einem neuen Chef zu alter Stärke zurückfinden. Der Vorstandsvorsitzende Peter Sands werde nach acht Jahren an der Spitze im Juni abtreten, teilte das Institut am Donnerstag mit. Der 53-Jährige war durch enttäuschende Geschäfte und Verstöße der Bank gegen Iran-Sanktionen unter Druck gekommen. Sein Nachfolger werde der ehemalige Chef der Investmentsparte der größten US-Bank JP Morgan, Bill Winters. Der ebenfalls 53 Jahre alte Manager gilt als einer der angesehensten Vertreter der Branche und Experte für Regulierungsfragen. Er ist derzeit Chef des von ihm gegründeten Hedgefonds Renshaw Bay.

Dem stark auf Asien fokussierten Institut mit seinen zuletzt rund 86.000 Mitarbeitern machen schrumpfende Gewinne zu schaffen, weil auch die Schwellenländer nicht mehr auf so hohe Wachstumsraten kommen wie noch vor einigen Jahren. Um gegenzusteuern hatte Sands im Januar einen radikalen Sparkurs mit einem Abbau von 4000 Stellen allein im weltweiten Privatkundengeschäft angekündigt. Analysten zufolge könnte Winter die Einsparungen womöglich schon bald noch weiter forcieren und etwa das Filialgeschäft in Asien verschlanken.

Sands steuerte das Geldhaus erfolgreich durch die weltweite Finanzkrise. Doch schon im vergangenen Jahr wurden kritische Stimmen und Rufe nach seiner Ablösung immer lauter. Investoren kritisierten Fehler in der Strategie sowie der Unternehmens- und der Geschäftsführung. Denn etliche andere internationale Großbanken sind angesichts steigender Regulierungskosten mit der Verschlankung ihrer Geschäftsmodelle schon weiter. Zwar präsentierte die Bank zehn Jahre lang immer neue Rekordzahlen, doch im Sommer 2012 war damit abrupt Schluss, als sie eine Buße von 667 Millionen Dollar wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen der USA zahlen musste. Seitdem setzen der Bank auch faule Kredite in Schlüsselmärkten wie China und Indien zu. 2014 gab das Institut mehrere Gewinnwarnungen heraus, die Aktie verlor seit Anfang 2013 30 Prozent an Wert.

Die Nachrichten vom Führungswechsel kamen bei den Anlegern nun gut an. Am Donnerstag gewann das Papier mehr als drei Prozent.

Von

rtr

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