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09.06.2015

20:01 Uhr

Standard & Poor's zieht Konsequenzen

Ratingagentur straft Deutsche Bank und Commerzbank ab

Banken können nach den neuen EU-Regeln nicht mehr darauf zählen, vom Staat gerettet zu werden. Mit Standard & Poor's stuft nun die zweite Ratingagentur etliche Institute herab. Auch zwei deutsche Häuser sind betroffen.

Die Deutsche Bank bewertete S&P mit „BBB+“ nun zwei Stufen niedriger, die Commerzbank wird ebenfalls mit „BBB+“ bewertet und damit um eine Stufe schlechter als bisher. dpa

Deutsche-Bank-Zentrale

Die Deutsche Bank bewertete S&P mit „BBB+“ nun zwei Stufen niedriger, die Commerzbank wird ebenfalls mit „BBB+“ bewertet und damit um eine Stufe schlechter als bisher.

FrankfurtDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zieht die Konsequenzen aus neuen Vorschriften zur Abwicklung europäischer Banken. S&P senkte am Dienstag die Bonitätsnote der Deutschen Bank, der Commerzbank und zahlreicher weiterer europäischer Banken. Sie könnten nach den neuen EU-Regeln nicht mehr wie in der Finanzkrise darauf zählen, vom Staat gerettet zu werden. Mit dem Schritt folgt die weltgrößte Ratingagentur dem Beispiel des Konkurrenten Fitch, der Mitte Mai aus dem gleichen Grund Dutzenden Geldhäusern schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit gegeben hatte.

Die Deutsche Bank bewertete S&P mit „BBB+“ nun zwei Stufen niedriger, die Commerzbank wird ebenfalls mit „BBB+“ bewertet und damit um eine Stufe schlechter als bisher. Während der Ausblick für das Rating der Deutschen Bank laut S&P stabil ist, droht die Ratingagentur der Commerzbank mit einer weiteren Herabstufung. Auch der HypoVereinsbank, deren Note um zwei Stufen auf „BBB“ gesenkt wurde, droht eine weitere Herabstufung.

Die internationale Presse zum Deutsche-Bank-Umbau

„Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz)

Will man einen Teich trockenlegen, sollte man besser nicht die Frösche um Rat fragen. Diese alte Weisheit scheint der Aufsichtsrat der Deutschen Bank befolgt zu haben, als er am Sonntag John Cryan zum neuen operativen Chef der Bank gewählt hat. Aufräumen muss ein Neuer, einer, der sowohl innerhalb der Bank wie auch außerhalb, bei Aktionären und in der Öffentlichkeit, glaubwürdig für frischen Wind sorgen kann. Cryan erfüllt dieses Kriterium zumindest insofern, als er nicht dem Investment-Banking-Sumpf der Deutschen Bank entstammt. Auf ihn kommt viel Arbeit zu, denn der Teich, der die „Deutsche“ in Verruf gebracht hat, ist noch nicht trockengelegt - die meisten Frösche sind noch da.

„Times“ (Großbritannien)

Mitten im Kampf der Deutschen Bank, eine Fülle von Skandalen zu bereinigen, sind ihre unter Druck stehenden Co-Vorstandschefs unerwartet von ihren Posten zurückgetreten. Nach Spekulationen an den Märkten könnte dieser plötzliche Führungswechsel bei der Bank, die zu den weltweit größten Investment-Häusern gehört, durch wachsenden Druck globaler Aufsichtsgremien und Investoren ausgelöst worden sein, die für eine neue Führung plädierten, um Vertrauen zurückzugewinnen.

„Jyllands-Posten“ (Dänemark)

Die Deutsche Bank war in den letzten Jahren von einer Reihe von äußerst unangenehmen Fällen geplagt. Einige davon hatten die Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen bei ihrer Ernennung im Jahr 2012 übernommen, andere kamen seitdem hinzu, aber fast keiner von ihnen wurde gelöst. Zur gleichen Zeit ähnelte die Aktienentwicklung der Bank in den vergangenen drei Monaten der Fieberkurve eines schwer kranken Patienten.

„Svenska Dagbladet“ (Schweden)

Anshu Jain, der für den Investment-Banking-Bereich zuständig ist, wurde zum Sündenbock für große Einschnitte gemacht und in Deutschland heftig kritisiert. Gleichzeitig wurde Jürgen Fitschen in den Skandal um die Mediengruppe Kirch 2002 verwickelt.

„Corriere della Sera“ (Italien)

Zu viele Finanzskandale, zu viele bezahlte Strafen, schwaches Vertrauen der Investoren, stockende Kurse an der Börse: Am Ende haben sie bei der Deutschen Bank entschieden, dass ein kompletter Wandel nötig ist. Und dafür bezahlen müssen die beiden Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. (...) Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Wahl des neuen Chefs auf John Cryan gefallen ist, der mehr Kontrolleur als Geschäftsmann ist.

„El País“ (Spanien)

Eine Serie von Skandalen beschleunigt die Wachablösung an der Spitze der Deutschen Bank. Die beiden Chefs des größten deutschen Geldinstituts kündigen überraschend ihr Adiós an.

„Hospodarske Noviny“ (Tschechien)

Zu dem Wechsel auf den höchsten Posten kommt es nur einen Monat, nachdem die Hauptversammlung eine neue Strategie gebilligt hatte. Deren Ziele sind es, den Gewinn und die Rendite des eingesetzten Kapitals zu erhöhen. Denn in den zurückliegenden Jahren sah es mau aus.

In Österreich stufte S&P die Bonitätsnoten des Sparkassen-Spitzeninstituts Erste Group Bank und der Raiffeisen Zentralbank jeweils um eine Stufe auf „BBB+“ von „A-“ zurück.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Max Nolte

10.06.2015, 08:33 Uhr

S & P, was ist das und was soll das? Warum können die das Wirtschaftsgefüge so beeinflussen? (...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Fred Meisenkaiser

10.06.2015, 10:19 Uhr

Es ist an der Zeit die US-Ratingagenturen abzustrafen.

Frei nach Nuland: Fuck the USA!

Herr Franz Paul

10.06.2015, 11:03 Uhr

Aus Amerika kommen hauptsächlich Dinge die die Welt nicht braucht: Panzer, Jagdbomber, Starbucks, McDonalds, Standard&Poors, Fitch......

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