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25.01.2015

19:56 Uhr

Starker Franken

Credit Suisse erwägt millionenschwere Sparmaßnahmen

Die Aufwertung des Franken zwingt die Credit Suisse zu einer Kostensenkung. Einem Medienbericht zufolge erwägt die Bank ein millionenschweres Sparpaket.

Der starke Franken könnte die Credit Suisse zu einem Sparprogramm zwingen. dpa

Der starke Franken könnte die Credit Suisse zu einem Sparprogramm zwingen.

Frankfurt/MünchenDie Credit Suisse könnte einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Sparpaket auf die Aufwertung der Schweizer Währung reagieren. Wegen der Frankenstärke müssten die Kosten nochmals um 500 Millionen Franken gesenkt werden, berichtet die "NZZ am Sonntag" unter Berufung auf einen Insider aus dem Umfeld des CS-Topmanagements. Ein Unternehmenssprecher betonte, die Bank analysiere das sich verändernde Währungs- und Zinsumfeld genau. Es seien in diesem Zusammenhang keine Entscheidungen über eventuelle Kostensenkungsmaßnahmen getroffen worden.

Credit Suisse hatte mitgeteilt, dass sich die Frankenaufwertung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizer Notenbank auf die Gewinnentwicklung des Bankenhauses auswirken könnte. So schlage sich eine zehnprozentige Wechselkursänderung zum Dollar mit 439 Millionen Franken im Vorsteuergewinn nieder. Beim Euro seien es 180 Millionen Franken.

Credit Suisse ist für Schweizer Verhältnisse stark im schwankungsanfälligen und eigenkapitalintensiven Investmentbanking tätig, das weitgehend in Dollar abgewickelt wird. Dagegen erwartet die hinter UBS zweitgrößte Schweizer Bank keinen wesentlich Einfluss der jüngsten Währungsturbulenzen auf ihre Kapitalausstattung. Das Eigenkapital sei gegen Währungsschwankungen abgesichert, hatte CS versichert.

Schweizer Banken haben ihr Geld schon immer zu einem großen Teil im Ausland verdient, während die Kosten stärker in der Schweiz anfallen.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

Deutsche Bankkunden sind einem Zeitungsbericht zufolge von der Abkopplung des Schweizer Franken vom Euro deutlich stärker betroffen als bislang bekannt. Allein die Volks- und Raiffeisenbanken vergaben in den Jahren vor der Eurokrise mehr als 30.000 Fremdwährungskredite, davon den weitaus größten Teil in der eidgenössischen Währung, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) berichtet. Zuletzt soll der Umfang der Fremdwährungskredite demnach bei rund sechs Milliarden Euro gelegen haben, davon entfielen schätzungsweise vier bis fünf Milliarden auf Schweizer Franken.

Nach der Abkoppelung vom Euro verteuerte sich der Franken deutlich. Damit wird auch die Rückzahlung von Krediten teurer, die in Franken abgeschlossen wurden. Wie groß die Gesamtschäden für die Kunden sind, lässt sich dem Bericht zufolge bislang erst grob kalkulieren. Rein rechnerisch könnten die jüngsten Verluste bis zu eine Milliarde Euro betragen.

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