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26.11.2012

22:55 Uhr

Statt Börsengang

Lehman Brothers versilbert Immobilientochter

Erst vor wenigen Tagen hat Lehman Brothers den Börsengang seiner Tochter Archstone angekündigt - es wäre der größte Börsengang eines Immobilienkonzerns in den USA geworden. Stattdessen wechselt Archstone den Besitzer.

Die Zentrale von Lehman Brothers in New York City am 12.06.2008. dpa

Die Zentrale von Lehman Brothers in New York City am 12.06.2008.

New YorkDie Nachfolgefirma der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers versilbert ihren wertvollsten Besitz: Die Immobilientochter Archstone geht für 6,5 Milliarden Dollar (5,0 Mrd Euro) an die beiden Wohnungsgesellschaften Equity Residential und AvalonBay Communities.

Das eingenommene Geld kommt am Ende den Gläubigern der Bank zugute. Eigentlich hatte Lehman Brothers Holdings die Tochterfirma an die Börse bringen wollen.

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Der jetzige Verkauf am Stück sei „ein sehr positives Ergebnis für die Gläubiger“, erklärte Verwaltungsratschef Owen Thomas am Montag in New York. Lehman Brothers bekommt 2,7 Milliarden Dollar in bar und den Rest in Aktien der Käufer.

Archstone ist einer der größten Vermieter der USA mit zuletzt mehr als 54.400 Einheiten in 169 Kommunen. Die Wohnanlagen stehen bevorzugt in Ballungsräumen wie New York City, San Francisco oder Washington, DC.

Lehman hatte die Immobilienfirma 2007 zusammen mit einem Partner für 22,2 Milliarden Dollar übernommen und erst in diesem Jahr die alleinige Kontrolle erlangt. Das ebnete letztlich den Weg für den Verkauf.

Lehman Brothers war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Häusermarkt spektakulär zusammengebrochen. Ein neues Management sammelt seitdem die Scherben auf. Alte Geschäfte werden abgewickelt und Vermögenswerte verkauft, um den Gläubigern zumindest einen Teil ihres verlorenen Geldes zurückgeben zu können. Es sind bereits mehrere Milliarden geflossen.

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Von

dpa

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