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02.01.2013

14:26 Uhr

Steinbrück-Debatte

Was Sparkassen-Chefs tatsächlich verdienen

VonMartin Dowideit

ExklusivFast jeder Sparkassenchef in NRW verdient mehr als die Kanzlerin, sagt SPD-Kandidat Peer Steinbrück. Auf Alexander Wüerst, Chef der Kreissparkasse Köln, trifft das zum Beispiel zu. Auf viele andere auch – eine Übersicht.

Alexander Wüerst, Vorstandschef der Kreissparkasse Köln, ist Spitzenverdiener im nordrhein-westfälischen Sparkassenlager. EUROFORUM Deutschland SE, Dietma

Alexander Wüerst, Vorstandschef der Kreissparkasse Köln, ist Spitzenverdiener im nordrhein-westfälischen Sparkassenlager.

DüsseldorfSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat zum Jahreswechsel viel Aufmerksamkeit geerntet. Seine Anmerkung, dass das Amt des Bundeskanzlers eine bessere Bezahlung verdiene, hat ihm Ärger eingebracht – auch bei den Grünen, dem angestrebten Koalitionspartner. „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“, hatte Steinbrück zur Begründung gesagt. Eine Analyse von Handelsblatt Online zeigt: Steinbrück hat zumindest teilweise recht.

Seine Aussage trifft dann weitgehend zu, wenn man den Begriff Sparkassendirektor als „Vorstandschef“ interpretiert. Denn den Titel eines Sparkassendirektors tragen teilweise auch Mitarbeiter anderer Hierarchieebenen wie etwa Geschäftsstellenleiter.

Sparkassen NRW: Die Spitzenverdiener

Platz 10

Sparkasse Westmünsterland

Heinrich-Georg Krumme

484.200 Euro

Platz 9

Sparkasse Bochum

Volker Goldmann

489.000 Euro

Platz 8

Stadtsparkasse Wuppertal

Peter Vaupel

500.000 Euro (geschätzt)

Platz 7

Sparkasse Leverkusen

Manfred Herpolsheimer

522.000 Euro

Platz 6

Sparkasse Essen

Hans Martz

542.800 Euro

Platz 5

Sparkasse Köln-Bonn

Artur Grzesiek

578.000 Euro

Platz 4

Sparkasse Münsterland Ost

Markus Schabel

593.000 Euro

Platz 3

Sparkasse Aachen

Hubert Herpers

650.000 Euro (geschätzt)

Platz 2

Stadtsparkasse Düsseldorf

Peter Fröhlich (bis Juni 2012)

664.000 Euro

Platz 1

Kreissparkasse Köln

Alexander Wüerst

756.000 Euro

(Daten für das Geschäftsjahr 2011, Quelle: Bundesanzeiger, Schätzungen)

Insgesamt 107 Sparkassen gab es im Jahr 2011 in Nordrhein-Westfalen (2012: 106). Von denen haben die meisten Details zur Vorstandsvergütung veröffentlicht. Insgesamt 83 der 107 Geldhäuser veröffentlichten für das vorvergangene Jahr zumindest Angaben zu der Vergütung des Gesamtvorstands, der sich aus zwei bis fünf Mitgliedern zusammensetzt. 76 Sparkassen berichteten auch über das Gehalt des Vorstandschefs – der Großteil nannte auch die Bezüge der einzelnen Vorstände.

Die Daten stammen aus den Jahresberichten der Sparkassen, die diese zumindest im Bundesanzeiger veröffentlichen. Die Institute sind laut dem in NRW geltenden Transparenzgesetz eigentlich alle zur Veröffentlichung verpflichtet, zumindest müssen die Träger der Sparkassen daraufhin wirken. „Einige veröffentlichen noch nicht, aber das Land nimmt das ernst und drängt darauf, das alle die Daten publizieren“, so eine Sprecherin des Finanzministeriums zu Handelsblatt Online.

Nach Informationen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes gibt es in anderen Bundesländern keine vergleichbare Regelung. Einzig die Gesamtvergütung würden etliche Kassen auch jenseits von NRW veröffentlichen, zentral erfasst werden diese Daten aber nicht.

Aber auch die Gehälter der NRW-Vorstände, die bislang nicht veröffentlicht worden sind, lassen sich schätzen. Denn die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen orientieren sich bei den Gehaltsverhandlungen in der Regel an Empfehlungen der beiden Sparkassenverbände des Bundeslandes. Ein maßgeblicher Faktor ist dabei die Größe des Instituts gemessen anhand der Bilanzsumme. Branchenkenner gehen man davon aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis alle Sparkassen die Daten freiwillig offenlegen.

Kommentare (83)

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Soapi

02.01.2013, 14:34 Uhr

Steinbrück hat recht! Das Gehalt der Kanzlerin sollte relativ zu denen in der Spitzenwirtschaft sein. Man sollte sich aber auch einmal Gedanken machen über die viel zu hohen Gehälter bei den öffentlichen Institutionen wie den Sparkassen und Krankenkassen. Diese hohen Bezüge sind nicht gerechtfertigt!!

Account gelöscht!

02.01.2013, 14:38 Uhr

Peer Steinbrueck hat jederzeit die Moeglichkeit einen neuen Job zu suchen. Die ganze Diskussion warum er es nicht tut und trotzdem immer mehr fordert - also ich denke DER Mensch ist fuer seinen aktuellen Posten VOELLIG unbrauchbar.

R.Rath

02.01.2013, 14:46 Uhr

Aso SPK-Bochum
Volker Goldmann (!)
489000Euro

fand ich besonders nett. LOL

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