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15.03.2006

14:00 Uhr

Stellenabbau angekündigt

Wüstenrot & Württembergische profitiert von Töchtern

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) kann für das abgelaufene Jahr mit höheren Dividenden seiner Versicherungstöchter rechnen. Für Mitarbeiter und Kunden sieht es jedoch nicht so gut aus.

HB STUTTGART. Der Lebensversicherer WürttLeben und die Sachversicherungs-Schwestergesellschaft Württembergische Versicherung (WürttVers) kündigten am Mittwoch in Stuttgart an, nach Gewinnsteigerungen die Ausschüttungen anheben zu wollen. Die vollständig zu W&W gehörende WürttVers will für 2005 trotz Belastungen durch die Wirbelstürme in den USA 21,8 Mill. Euro als Dividende an die Mutter ausschütten; 2004 waren es nur 20 Mill. Euro gewesen. Die zu 72 Prozent W&W gehörende WürttLeben plant mit 12,2 Mill. Euro ebenfalls eine leicht höhere Ausschüttung.

Die Kunden des zu den zehn größten deutschen Lebensversicherern zählenden Unternehmens sollen wegen des niedrigen Zinsniveaus auf ihre Einlagen nur eine konstante Überschussbeteiligung von 4,75 Prozent erhalten. „Ich sehe kurzfristig keine Luft für eine höhere Überschussbeteiligung“, sagte Vorstandschef Wolfgang Oehler.

Der Finanzkonzern W&W selbst wird mehrheitlich von der Wüstenrot Holding kontrolliert, kleinere Anteile halten unter anderem die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Univredito und Swiss Re. Die zu knapp 12 Prozent im Streubesitz befindlichen W&W-Aktien stiegen am Mittwoch merklich.

Im laufenden Jahr rechnen WürttLeben und WürttVers mit den ersten Früchten aus der Übernahme der Karlsruher Versicherungen. Die Karlsruher hatten vorher der Münchener Rück gehört. Bis 2011 sollen durch den Abbau von Doppelfunktionen und Synergieeffekten im Einkauf bis zu 40 Mill. Euro gespart werden. Die 4500 Mitarbeiter umfassende Belegschaft soll bis dahin um rund 500 Beschäftigte verkleinert werden. Dabei werde aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, versicherte WürttLeben-Chef Oehler.

Oehler betonte, dass der Personalabbau den Standort Stuttgart eher stärker treffen werde als Karlsruhe. Aus der Tatsache, dass der Karlsruher Standort von heute 1500 Stellen auf 800 bis 1 000 Stellen reduziert werden solle, könne man nicht schließen, dass der Stellenabbau allein dort stattfinde. Da die Stabsstellen der Versicherungen in Stuttgart konzentriert würden, werde es eine größere Wanderungsbewegung in Richtung Landeshauptstadt geben.

Die Württembergische Versicherung konnte bei stabilen Beitragseinnahmen trotz hoher Schäden durch die Wirbelstürme in den USA ihr Vorsteuerergebnis mit 64,8 Mill. Euro fast auf dem Niveau des Rekordjahres 2004 mit 65,6 Mill Euro halten. Bei WürttLeben gab es ein überdurchschnittliches Beitragswachstums von 8 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss lag praktisch unverändert bei 12,2 Mill. Euro. In den ersten Monaten des Jahres habe sich das Neugeschäft in der Lebens- und in der Sachversicherung zufrieden stellend entwickelt, teilten die Unternehmen mit.

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