Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2012

09:15 Uhr

Stellenabbau

Das schleichende Ende des Investmentbankings

VonThomas Sigmund, Robert Landgraf

Das Investmentbanking steckt in der Krise. Rund 10.000 Banker haben seit Beginn des Jahres ihren Job verloren. Hoffnung auf Besserung gibt es kaum: Experten rechnen in der Branche mit noch mehr Entlassungen.

Blick auf das Londoner Finanzviertel: Das Investmentbanking steckt in der Krise. Reuters

Blick auf das Londoner Finanzviertel: Das Investmentbanking steckt in der Krise.

Frankfurt/LondonDas Muster ist inzwischen hinlänglich bekannt. Erst beginnt das Jahr voller Hoffnung, dann verderben die europäische Schuldenkrise und die Angst vor einer globalen Rezession die Geschäfte. Es ist mittlerweile das dritte Jahr in Folge, in dem die Investmentbanker rund um den Globus nach einem guten ersten Quartal im Sommer vor der nächsten Entlassungswelle zittern.

Wie 2010 und 2011 erwarten Analysten, dass die Einnahmen im Laufe des Jahres massiv einbrechen werden. Schuld an der Misere in der einst erfolgsverwöhnten Branche sind aber nicht nur die schwache Konjunktur und die Euro-Krise. Diese Faktoren sind für die Experten von Credit Suisse nur ein „Nebenkriegsschauplatz“.

Deutsche Bank: Jain und Fitschen sparen sich Investmentbanker

Deutsche Bank

exklusivJain und Fitschen sparen sich Investmentbanker

Grund ist die schlechte Lage am Kapitalmarkt – und das Verhalten der Konkurrenz.

Viel wichtiger ist die Offensive der Regulierer, die mit deutlich härteren Anforderungen an Liquidität und Kapital und neuen Regeln im Derivate-Geschäft für einen Strukturwandel in der gesamten Bankenwelt sorgen.

Aus dieser düsteren Gemengelage ziehen die meisten großen Geldhäuser den gleichen Schluss: Die Kosten müssen dringend sinken, und das heißt in einer personalintensiven Branche wie dem Investmentbanking Entlassungen. Insgesamt haben die zehn größten Investmentbanken seit Jahresbeginn bereits rund 10 000 Stellen abgebaut. Aber es könnte noch deutlich schlimmer kommen.

Führende Banken: Fusionen und Übernahmen

Platz 1

Die Deutsche Bank ist vom zweiten Platz im Vorjahreszeitraum nun auf die Spitzenposition geklettert. Das Volumen betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 19,78 Milliarden Dollar.

Platz 2

Morgan Stanley hat einen gewaltigen Satz nach oben gemacht. 16,79 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei Fusionen und Übernahmen im ersten Halbjahr, statt Platz 12 macht das Platz 2.

Platz 3

Goldman Sachs bleibt mit einem Volumen von 11,41 Milliarden Dollar unverändert auf dem dritten Platz.

Platz 4

Rothschild springt von acht auf vier. Das Volumen betrug 9,72 Milliarden Dollar.

Platz 5

JP Morgan rutscht von Platz 4 auf Platz 5. Das Volumen betrug 8,89 Milliarden Dollar.

Platz 6

Perella Weinberg belegt mit einem Volumen von 8,69 Milliarden Dollar den sechsten Platz.

Platz 7

Macquarie liegt mit einem Volumen von 8,15 Milliarden Dollar auf dem siebten Rang.

Platz 8

Lazard fällt mit einem Volumen von 6,27 Milliarden Dollar von sieben auf acht.

Platz 9

Credit Suisse rauscht von der Top-Position auf den neunten Platz. Das Volumen betrug 5,65 Milliarden Dollar.

Platz 10

Die Citi gleitet von sechs auf zehn mit einem Volumen von 5,28 Milliarden Dollar.

„Alle Banken geben die Hoffnung auf, dass es in den nächsten beiden Quartalen zu einer Erholung im Investmentbanking kommt“, meint Andreas Halin, geschäftsführender Partner bei der Personalberatung Global Mind. Neben der schärferen Regulierung würden die Finanzinstitute vor allem durch fehlende Wachstumsperspektiven in Europa angesichts der Schuldenkrise hart getroffen. Das gelte gerade für den Handel mit Wertpapieren.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pendler

19.07.2012, 09:34 Uhr

Investment Banking ist NUR Zocking


Trennt das Banking endlich vom Zocken und lasst diese Zocker Buden endlich pleitegehen, wie Steuerzahler haben genug für FED und CITY Zocking bezahlt.

[...]

[+++Beitrag von der Redaktion editiert+++]

cko

19.07.2012, 09:51 Uhr

Oh je, dann werden die Herren doch tatsächlich für einen Bruchteil dessen was sie bisher verdient haben gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen müssen. Das könnte unser Kapitalismusverständnis komplett auf den Kopf stellen. Das sollten wir uns lieber noch mal überlegen

accountant

19.07.2012, 10:32 Uhr

Nonsense und unerfülltes Wunschdenken @cko.
Einer meiner Söhne hat vor einem Jahr vom Investbanking ins Private Equity gewechselt. Zuschlag zum Gehalt über 50%. Investmentbanker sind excellent ausgebildet, leistungsorientiert und unternehmerisch denkend, da findet sich was Adäquates z. B. im corporate finance.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×