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25.01.2006

08:45 Uhr

Stellenabbau

Ergo stutzt die Victoria

VonGregory Lipinski

Der Düsseldorfer Erstversicherer Ergo nimmt sich nach der Hamburg-Mannheimer (HM) jetzt auch seine Tochter Victoria Leben vor. Wie das Handelsblatt aus Kreisen der Ergo-Gruppe erfuhr, sollen bei dem Düsseldorfer Unternehmen bis Ende 2009 rund 400 bis 500 Stellen gestrichen sowie drei Verwaltungsstellen geschlossen werden. Von der Schließung bedroht ist unter anderem der Standort Nürnberg.

Verwaltung der Versicherungsgruppe Ergo. Foto: dpa

Verwaltung der Versicherungsgruppe Ergo. Foto: dpa

HB HAMBURG. Die Schlankheitskur bei der Victoria Leben ist Teil eines radikalen Umbaus im Ergo-Konzern, an dessen Ende ein möglicher Abbau von rund 3000 Stellen stehen könnte. Damit will Ergo-Vorstandschef Lothar Meyer bei seinen Töchtern Victoria, HM, Deutsche Krankenversicherung und der D.A.S. Rechtsschutzversicherung die Kosten in den nächsten Jahren um mehr als 200 Mill. Euro senken, um die Erträge zu verbessern.

Der Ergo-Konzern verfügte 2004 über mehr als 37 000 Mitarbeiter. Davon entfallen auf die Victoria rund 9 800 Arbeitsplätze. Die Victoria beschäftigt mehr als 5 000 Mitarbeiter im Innendienst und verfügt über neun Verwaltungsstellen, davon vier Regionalverwaltungen.

Ergo-Chef Meyer will den Innendienst der Victoria Leben und der HM Leben enger zusammenrücken, um die Kosten zu drücken. So sollen die Verwaltungsangestellte beider Gesellschaften künftig Versicherungsverträge der HM und Victoria bearbeiten, verlautete aus Ergo-Kreisen. Im Vertrieb wird hingegen die Mehrmarken-Strategie wie bisher fortgeführt. Betroffen von dem Sparkurs ist auch die HM. Hier würden bis Ende 2009 rund 1400 bis 1500 Stellen gestrichen werden, hieß es in Kreisen der HM. HM-Vorstandschef Götz Wricke hatte vor kurzem erklärt, dass er bei der HM-Stammorganisation und der Deutschen Anwalts- und Notarversicherung in den nächsten Jahren rund 600 Stellen abbauen will.

Den Lebensversicherern stehen allgemein schwere Zeiten bevor. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) rechnet für 2006 mit einem moderaten Zuwachs bei den Beitragseinnahmen. „Nach einer Wachstumsdelle in 2005 erwarten für das laufende Jahr ein Beitragsplus von einem Prozent“, sagte ein GdV-Sprecher.

Viele Lebensversicherer senken deshalb die Kosten. So will auch der Branchenprimus Allianz beim festangestellten Vertriebsinnendienst Stellen streichen. „Wir werden erst Mitte des Jahres eine Größenordnung nennen können“, sagte ein Allianz–Sprecher. Konkurrent Volksfürsorge will hingegen den festangestellten Außendienst ausbauen, um die Vertriebsleistung zu steigern. „Im Innendienst ist kein Stellenabbau geplant“, sagte ein Unternehmenssprecher.

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