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01.05.2014

17:33 Uhr

Steuer-Ermittlungen

UBS verbietet Mitarbeitern Frankreich-Reisen

Dutzende Mitarbeiter der Schweizer UBS-Bank dürfen bis auf weiteres nicht nach Frankreich reisen – und laufen Gefahr, bei Zuwiderhandlung ihren Job zu verlieren. Grund sind laufende Steuerhinterziehung-Ermittlungen.

Frei wie ein Vogel? Bestimmte UBS-Mitarbeiter sollten Frankreich in nächster Zeit meiden. dpa

Frei wie ein Vogel? Bestimmte UBS-Mitarbeiter sollten Frankreich in nächster Zeit meiden.

Zürich/LondonDie Schweizer Bank UBS hat einem Bericht zufolge Dutzenden Angestellten wegen Steuer-Ermittlungen untersagt, nach Frankreich zu reisen. Die Bank habe das Reiseverbot für bestimmte Mitarbeiter ihrer Vermögensverwaltung vor Ostern ausgesprochen, berichtete der öffentlich-rechtliche Schweizer Rundfunk RTS am Donnerstag auf seiner Webseite unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Das Verbot gelte bis auf weiteres. Wer sich nicht daran halte, könne seinen Job verlieren. Eine UBS-Sprecherin kommentierte den Bericht nicht. „Eine Untersuchung ist im Gange, und wir kooperieren mit den französischen Behörden“, sagte sie lediglich.

Die Bank hat in einer Reihe von Ländern Probleme: Französische Behörden gehen dem Verdacht nach, die UBS habe Produkte verkauft, die der Steuervermeidung dienten. Auch die deutschen Behörden werfen der Bank vor, reichen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt in dieser Sache. Berichte über eine mögliche Zahlung von 180 bis 200 Millionen Euro wurden im Februar nicht bestätigt. Im US-Steuerstreit musste die Bank vor drei Jahren 780 Millionen Dollar zahlen, weil sie reichen Amerikanern geholfen haben soll, 20 Milliarden Dollar zu verstecken. Im Zusammenhang mit Steuerermittlungen in den USA wurde 2013 ein früherer UBS-Spitzenmanager im Urlaub in Bologna verhaftet und nach zwei Monaten in einem italienischen Gefängnis Mitte Dezember an die USA ausgeliefert.

Diese Banken bauen die meisten Stellen ab

Commerzbank (Deutschland)

4000 Stellen

Die Zahlen beziehen sich auf die von Januar 2012 bis Ende 2013 angekündigten Entlassungen

Caixa Bank (Spanien)

4000 Stellen

Bankia (Spanien)

5000 Stellen

American Express (USA)

5400 Stellen

Monte dei Paschi (Italien)

8200 Stellen

UBS (Schweiz)

10.000 Stellen

HSBC (Großbritannien)

14.000 Stellen

Citigroup (USA)

15.000 Stellen

Bank of America (USA)

18.100 Stellen

JP Morgan (USA)

19.000 Stellen

Im Fall des 2012 wegen unerlaubter Index-Spekulationen in London verurteilten früheren UBS-Händlers Kweku Adoboli verhängte die britische Aufsichtsbehörde FCA unterdessen gegen einen früheren Kollegen Adobolis ein Betätigungsverbot. John Christopher Hughes, der damals ranghöchste Händler in Adobolis Abteilung für börsennotierte Fonds, darf keine Funktionen in der regulierten Finanzbranche mehr bekleiden.

Adoboli hatte durch Spekulationen einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar verursacht und wurde dafür 2012 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren verurteilt. Er räumte ein, Vorschriften der Bank missachtet und mit geheimen Konten gearbeitet zu haben. Dabei habe er aber immer das Wohl der Bank im Auge gehabt. Seine Vorgesetzten hätten seine Handlungen stillschweigend geduldet.

Von

rtr

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