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12.07.2012

10:43 Uhr

Steuer-Skandal

„Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall“

VonSönke Iwersen, Holger Alich, Donata Riedel

Der neue Steuerskandal bei der Credit Suisse schlägt hohe Wellen. Die Schweizer Großbank muss nun auch mit Klagen ihrer Kunden rechnen. Experten sind aber überzeugt: Die aufgedeckten Steuertricks sind kein Einzelfall. Auch bei der UBS gibt es bereits neuen Ärger.

Der Schweizer Großbank Credit Suisse droht Ungemach von erbosten Kunden. Reuters

Der Schweizer Großbank Credit Suisse droht Ungemach von erbosten Kunden.

Zürich/DüsseldorfSteuerexperten rechnen damit, dass die Hausdurchsuchungen bei den Credit-Suisse-Kunden auch andere Anbieter von Steuersparmodellen in Unruhe versetzen. "Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall", sagt der Düsseldorfer Steueranwalt Thomas Koblenzer. "Versicherungsmäntel sind in der ganzen Branche ein beliebtes Instrument, um unversteuerte Gelder zu verschleiern."

Demnach betrifft die Affäre um nicht versteuerte Anlageprodukte in der Schweiz nicht nur die rund 7000 Kunden der Credit Suisse. Die Bank hatte Kunden sogenannte Bermuda-Produkte verkauft, mit denen mehrere Milliarden von Euro an den deutschen Steuerbehörden vorbeigeschleust wurden.

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Bei den tausendfach verkauften Bermuda-Produkten handelt es sich um normale Anlage- und Sparkonten, die als Versicherungen getarnt wurden. Das Bundesfinanzministerium hat klare Regeln herausgegeben, dass sie steuerlich nicht bevorzugt werden.

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Anbieter solcher Mäntel, wie etwa der Schweizer Versicherer Baloise, weisen jedoch entschieden von sich, dass die Produkte grundsätzlich Steuersparmodelle sind. Es würden nur steuerrechtlich einwandfreie Modelle verkauft, sagt ein Sprecher. Ferner werde von den Kunden eine ausdrückliche Bestätigung verlangt, dass "die Gelder versteuert wurden und werden." Doch Zweifel bleiben. "Solche Erklärungen stehen in jedem Kleingedruckten", meint ein Kenner des Geschäfts. Alle Beteiligten wüssten Bescheid.

Kommentare (5)

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Ludwig500

12.07.2012, 11:25 Uhr

Irgendwie traurig, da gelingt es, ein oder zwei Milliärdchen von Steuerhinterziehern zu ergattern, und dann wird das schöne Geld mit vielen anderen Milliarden in ein schwarzes Loch namens Rettungsschirm verschoben. Um Länder zu unterstützen, in denen ebenfalls eine kleine Oberschicht das Steuerzahlen lieber den anderen überlässt.

Account gelöscht!

12.07.2012, 11:39 Uhr

Das ist nichts weiteres als eine KAmpagne die jetzt gefahren wird um von den internen Problemen abzulenken die MErkel und Co. verbocken. Wovon hier abgelenkt wird, ist nichts anderes als der Verkauf Deutschlands und das Anzapfen sämtlicher Ersparnisse der Deutschen weil man genau weiss dass der Euro kollabieren wird...

Account gelöscht!

12.07.2012, 12:47 Uhr

Es wid langsam Zeit die richtigen Waffen einzusetzen und die elektronischen Verbindungen aus der Schweiz "eingrenzen", das gleiche sollte dann auf alle Steuerparadiese ausgeweitet werden. Sowas kann ja technisch kein Problem mehr sein.

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