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25.12.2015

13:00 Uhr

Steuergelder

Bankenrettung kostet rund 15,8 Milliarden Euro

Deutschland hat sich die Rettung seiner Banken seit der Finanzkrise einiges kosten lassen. Nach bisheriger Bilanz waren die Steuergelder gut angelegt. Eine endgültige Abrechnung wird erst in einigen Jahren möglich sein.

Die deutschen Banken werden derzeit noch mit 15,8 Milliarden Euro aus Steuergeldern gestützt. dpa

Staatlicher Rettungsfond Soffin

Die deutschen Banken werden derzeit noch mit 15,8 Milliarden Euro aus Steuergeldern gestützt.

FrankfurtDeutschland hat sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise weiterhin etliche Steuermilliarden bei seinen Banken im Feuer. Auf 15,8 Milliarden Euro summieren sich die Hilfen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin zum Jahresende, wie aus der jüngsten Aufstellung auf der Internetseite der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) in Frankfurt hervorgeht (Stand 22.12.2015).

Der Wert blieb zum ersten Halbjahr 2015 unverändert, im Vergleich zum Gesamtjahr 2014 verringerte er sich um eine Milliarde infolge der Rückzahlung einer Stillen Einlage des notverstaatlichten Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE). Zudem erlöste der Bund beim Börsengang der aus der HRE hervorgegangenen Deutschen Pfandbriefbank (pbb) Mitte Juli rund 1,2 Milliarden Euro, die nach FMSA-Angaben im nächsten Jahr an den Soffin ausgeschüttet werden.

Auf der Liste der Soffin-Kapitalempfänger stehen unverändert noch drei Institute: Allen voran die HRE mit rund 8,8 Milliarden Euro, außerdem die teilverstaatlichte Commerzbank (rund 5,1 Mrd Euro) und die WestLB-Nachfolgerin Portigon (2,0 Mrd Euro).

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) war im Herbst 2008 aufgelegt worden, um Schocks an den Finanzmärkten nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers abzufedern. In der Spitze hatte der Fonds 29,4 Milliarden Euro Kapitalhilfen an deutsche Institute vergeben. Zudem wurden 168 Milliarden Euro an Garantien gewährt.

Die größten Banken Deutschlands

Platz 10

Helaba

Bilanzsumme: 151 Milliarden Euro

(Stand, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2014)

Platz 9

Postbank

Bilanzsumme: 155 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 198 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 232 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 266 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 300 Milliarden Euro

Platz 4

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 489 Milliarden Euro

Platz 3

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: rund 500 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren werden.

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 564 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.700 Milliarden Euro

Seit Gründung häufte der aus Steuergeldern finanzierte Fonds einen Fehlbetrag von rund 21,9 Milliarden Euro an. Eine endgültige Abrechnung wird erst in einigen Jahren möglich sein, wenn alle Geschäfte abgeschlossen sind.

Nach mehreren Verlängerungen wird der Soffin Ende 2015 für neue Hilfsanträge geschlossen. Das bringt auch personelle Konsequenzen mit sich: Soffin-Chef Herbert Walter legt sein Amt Ende Januar 2016 nieder. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank hatte erst zum 15. Januar 2015 den Vorsitz des FMSA-Leitungsausschusses übernommen.

Von

dpa

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