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21.11.2014

18:01 Uhr

Steuerhinterziehung

Auch Paris ermittelt gegen HSBC-Tochter

Belgische Behörden haben ein Ermittlungsverfahren gegen die Schweizer HSBC Private Bank angestrengt. Nun haben die Franzosen nachgezogen. Die Vorwürfe: Steuerhinterziehung, Geldwäsche und illegale Kundenakquise.

„Wie wenn man auf den Tisch haut“: Frankreich will Steuerhinterziehung udn Geldwäsche bedeutend härter bekämpfend. Als erstes knöpft der Staat sich die UBS vor. dpa

„Wie wenn man auf den Tisch haut“: Frankreich will Steuerhinterziehung udn Geldwäsche bedeutend härter bekämpfend. Als erstes knöpft der Staat sich die UBS vor.

ParisWeil sie französischen Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll, ist gegen eine Tochter der britischen Großbank HSBC ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der HSBC Private Bank aus der Schweiz wird unter anderem Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und illegale Kundenakquise zur Last gelegt, wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete.

Die Bank selbst erklärte, sie müsse eine Kaution von 50 Millionen Euro hinterlegen. Hintergrund der Ermittlungen seien Vorgänge aus den Jahren 2006 und 2007.

Die Bank soll laut der Zeitung „Le Monde“ französischen Kunden geholfen haben, zusammen mehr als fünf Milliarden Euro vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Die Bank soll Angaben aus informierten Kreisen zufolge Finanzströme verschleiert, die Herkunft des Geldes kaschiert und dazu eine Reihe von Trusts und Briefkastenfirmen verwendet haben.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Die Ermittlungen fußen auf Kundendaten, die ein früherer Informatiker der Genfer Filiale der HSBC, Hervé Falciani, gestohlen und 2009 an die französischen Steuerbehörden übergeben hatte. Auch in Belgien wird der HSBC Private Bank vorgeworfen, reichen Kunden über Jahre hinweg dabei geholfen zu haben, hunderte Millionen Euro am Staat vorbeizuschleusen. Nutznießer seien hauptsächlich Diamantenhändler aus Antwerpen, deren Geschäft in der belgischen Stadt angesiedelt ist, erklärte die ermittelnde Staatsanwaltschaft am vergangenen Montag.

Von

afp

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