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08.06.2014

14:10 Uhr

Steuerhinterziehung

Bank Leumi vor Einigung mit US-Steuerbehörden

Im Rechtsstreit um die Beihilfe zur Steuerhinterziehung zeichnet sich eine Einigung zwischen der israelischen Bank Leumi und den und den US-Steuerbehörden ab. Nun rücken Schweizer Banken in den Fokus der Ermittlungen.

Die Leumi Bank hat ihre Kunden aufgefordert, ihre Konten den US-Behörden offenzulegen, die gegen eine Reihe internationaler Banken wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermitteln. dpa

Die Leumi Bank hat ihre Kunden aufgefordert, ihre Konten den US-Behörden offenzulegen, die gegen eine Reihe internationaler Banken wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermitteln.

JerusalemBei den Steuerermittlungen der USA gegen internationale Großbanken steht das israelische Geldhaus Leumi vor einer Einigung mit dem Justizministerium in Washington. Das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes teilte am Sonntag mit, es zeichne sich eine Lösung ab. Man habe weitere 460 Millionen Schekel an Rückstellungen gebildet, so dass sich die gesamte Summe für den Rechtsfall nun auf rund 950 Millionen Schekel, umgerechnet rund 200 Millionen Euro, erhöht habe.

„Leumi ist die erste Bank im israelischen Bankensystem, für die eine Einigung mit den US-Justizministerium erwartet wird“, teilte das Institut mit. Die Rückstellungen würden das Ergebnis im zweiten Geschäftsquartal erheblich belasten. Die Bank hat ihre Kunden bereits aufgefordert, ihre Konten den US-Behörden offenzulegen, die gegen eine Reihe internationaler Banken wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermitteln.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Bisher galt das Interesse der Amerikaner vor allem Schweizer Banken. Im Mai hatte Credit Suisse mit der Rekord-Geldstrafe von 2,5 Milliarden Dollar den jahrelangen Steuerstreit mit den USA beigelegt. Die größte Schweizer Bank UBS konnte sich 2009 noch mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar aus der Affäre ziehen. Nun richtet sich der Fokus auf andere Schweizer Banken, etwa Julius Bär und die Kantonalbanken von Zürich und Basel.

Von

rtr

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